Valerie and her Week of Wonders (Tschechoslowakai, 1970) Regie: Jaromil Jires

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Vorher:
Der Oktober ist da und es gibt eine neue filmische  Herausforderung. In Vorbereitung auf Halloween hatte ein Twitterfreund die Idee, unter dem Motto „Horrorctober“ 13 Horror- und Gruselfilme zu sehen. Da bin ich doch gerne dabei. Ich freu mich ein paar Lücken zu schließen, neue Geheimtipps zu entdecken und eventuell ein paar Grusellieblinge erneut zu genießen.
Ich starte mit einem skurrilen Genre Mix. „Valerie and her Week of Wonders“. Es ist ein tschechischer Film und der Trailer verspricht eine wilde Mischung aus Märchen, Grusel, Erotik und Fantasie. Und dann ist das Ganze noch aus meinem Lieblingsfilmjahrzehnt, den 70ern. Ich erwarte einiges. Möge „Annika and her Month of Wonders“ beginnen.

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Nach 35 Minuten:
Ein irrer Trip. Ich weiß vor lauter Symbolik gar nicht wo mir der Kopf steht.  Das ist eindeutig mehr Sex und Surrealismus als Horror. Aber mich stört das gar nicht. Ich bin fasziniert und freue mich auf weitere 35 Minuten mit Knoten in Hirn und Höschen.

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Hinterher:
Am liebsten würde ich jetzt ein Fazit schreiben, dass so abgedreht und phantasievoll ist wie der eben gesehene Film. Aber das ist ein Ding der Unmöglichkeit. „Valerie and her week of wonders“  ist wie ein Füllhorn an Symbolik, Erotik, Unschuld und morbidem Charme.
Eine wirklich stringente Geschichte wird nicht erzählt. Die liebliche und unschuldige 13- jährige Waise Valerie wohnt mit ihrer Großmutter in einem kleinen Städtchen. Sie ist einerseits von Religiösität und Strenge umgeben, andererseits von Lust, Freizügigkeit und Natur. Der Film erzählt nun, ohne großen roten Faden, wie Valerie die Erwachsenenwelt entdeckt, ihr zum Fraß vorgeworfen wird und dem Ganzen doch sehr vergnügt, neugierig und relaxt entgegentritt.
Jeder, der diesen Film sieht und mit Valerie ein Wunder nach dem anderen erlebt, empfindet dabei sicherlich etwas anderes und deutet die zahlreichen Symbole und Geschehnisse für sich. So stelle ich mir das vor. Ich kann also hier nur für mich und meine Augen und Sinne sprechen. Mich hat der Film in seiner Machart sehr angesprochen. Ich habe mich zuallererst an tschechische Märchenfilme meiner Jungend  wie „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ oder „Wenn man  Dornröschen wachküsst“ erinnert.
Ich habe mich direkt wohlgefühlt und war wieder wie 13. Nicht schlecht für das was in „Valerie“ folgte, denn so war ich mit ihr auf einem Level.
Mit Valerie habe ich mich über die schönen Perlenohrringe gefreut, die immer zur richtigen Zeit geholfen haben, habe mich über die erotischen Anwandlungen der Erwachsenen gewundert, geekelt und war dabei aber auch ein wenig neugierig erregt. Ich war stolz, dass ich meinen Bruder/ Freund Orlik mehrmals retten konnte und war sehr erschrocken darüber, dass die Welt voller Vampire, Zombies und Hexenverfolger ist.

Für mich ist „Valerie“ ganz klar ein surrealer Coming of Age Film, der einen verrückten Traum zu beschreiben scheint. Aber wenn ich so darüber nachdenke und mich langsam wieder in eine 36- jährige Frau zurückverwandele, bemerke ich, dass die scheinbar vernünftige Erwachsenenwelt, in der wir so leben, genauso voller Wunder, Irritationen und Ängste ist. Das klingt jetzt ganz schön kindlich und kitschig, ich weiß. Aber Valerie hat bei mir halt ihre Spuren hinterlassen.
Ich lade euch also herzlich ein, euch auf diesen Trip zu begeben. Aber ich warne euch vor: jeder erlebt mit dem Film sein eigenes Wunder.
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4 Kommentare zu „Valerie and her Week of Wonders (Tschechoslowakai, 1970) Regie: Jaromil Jires

  1. Hört sich spannend an…..hast du den Film selber??…dann wäre es schön wenn du ihn beim nächsten treff mal mitbringen kannst….bussi

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