The Deer Hunter (USA, 1978) Regie: Michael Cimino

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Vorher:
Nach außerirdischen und surrealistischen Träumen erreichen mich jetzt die realen Kriegs (Alp)träume. „The Deer Hunter“ steht schon lange auf meiner Watchlist und jetzt stelle ich mich dem brutal fassungslosen Vietnamskriegstrauma. Und das fast 3 Stunden lang. Puh. Aber ich habe ja Robert de Niro, Meryl Streep und Christopher Walken an meiner Seite.
 
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Mittendrin:
Ich habe eigentlich gerade wenig Lust, hier was zu schreiben. Ich bin total fertig. Jeder der den Film kennt, weiß welche Szene ich gerade gesehen habe.

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Hinterher:
Die drei Stunden sind verklungen und ich verabschiede mich wieder aus Pennsylvania und sage Bye zu Mike, Nick und Steven. Es war eine intensive Zeit, die ich so schnell nicht vergessen werde.
„The Deer Hunter“ ist eigentlich gar kein Vietnamfilm, es ist eher ein Drama um drei Leben. Ein Film, der intensiv, dramatisch und auch ein bisschen kitschig zeigt, wie der Krieg durch die Biografie von Menschen mäht und alles zerstört hinterlässt.

Der Film hat mich in drei Akten in die Leben von mehreren Industriearbeitern in einem kleinen Städtchen von Pennsylvania entführt. Sie sind albern, jung, voller Energie und eben ganz „normale“ Amerikaner. Der Film machte es wie ich: er zeigt ein Vorher, Mittendrin und Hinterher.
Vorher: Eine rauschende Hochzeit wird gefeiert, ein letzer Jagdausflug wird gemacht. Es herrscht eine Mischung aus Melancholie und Vorfreude auf das „Abenteuer“ Krieg.
Mittendrin: Überraschenderweise ein recht kurzer Teil des Films, der aber umso intensiver den Wahnsinn und den Irrsinn zeigt, in den die jungen Männer geworfen werden. Die Hintergründe des Vietnamkrieges werden kaum durchleutet.
Hinterher: Während im kleinen Städtchen Clairton die Uhren ganz normal weitergelaufen sind, geht für die drei Soldaten die Hölle weiter, der Krieg hat tiefe Spuren hinterlassen.

„The Deer Hunter“ war für mich in erster Linie großes Schauspielerkino. Robert de Niro hat mir hier so gefallen wie nie zuvor und man hat von ihm ja schon einiges gesehen. Aber auch Christopher Walken und Meryl Streep waren sensationell.
Wie ich schon anfangs schreibe, wird man regelrecht eingesogen in das Leben der jungen Leute. Der Film hat eine ruhige, bodenständige Stimmung (unterstrichen auch durch den ruhigen Gitarrenscore), die nur durch die kreischigen und fassunglosen Szenen in Vietnam unterbrochen wird.

Heimatkitsch vs unfassbare Kriegsschrecken. Ich fand es eine sehr berührende Mischung. Eine dringende Guckempfehlung.
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Ein Kommentar zu „The Deer Hunter (USA, 1978) Regie: Michael Cimino

  1. Ich erinnere mich gerade, wie ich bezüglich des Films Tigerland, der ja gar nicht nach Vietnam geht, an die Ohnmacht in Buffy Sainte-Maries Universal Soldier gedacht habe und frage mich, ob es überhaupt Vietnamfilme gibt.

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