Black Narcissus (England, 1947) Regie: Michael Powell, Emeric Pressburger

Achtung! Heute reise ich zu zweit. Mein Twitter Freund „die_krabbe“ hat sich den Film auch angeschaut und nach meiner Vorgehensweise etwas dazu geschrieben. In seinem tollen Blog http://hirnrekorder.de/ (der natürlich auch sonst unbedingt lesenswert ist) hat er seine Reise mit der schwarzen Narzisse beschrieben. Wie es ihm wohl ergangen ist? Ich selbst bin auch gespannt.
http://hirnrekorder.de/2013/09/black-narcissus/

Nachtrag: Jetzt hat sich auch noch Björn dazu gesellt. Toll. Seine Erlebnisse zur Narzisse lest ihr hier:
http://www.yzordderrexxiii.de/black-narcissus/

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Vorher:
Beim letzten Film, dem märchenhaften „La Belle et la Bete“ spielte eine Rose eine Schlüsselrolle. Jetzt erwartet mich die „Schwarze Narzisse“ und mir schießt sofort ein eindrucksvolles Bild dieses Films durch den Kopf, das einen rasanten Blick auf einen Glockenturm und einen endlos scheinenden Abgrund zeigt. Die Glocke wird von einer Frau in weißer Nonnentracht geläutet.
Das wars!  Viel mehr weiß ich nicht, außer dass es wieder ein Film der Briten Powell und Pressburger ist, die mich mit „The Red Shoes“ und „Life and Death of Colonel Blimp“ in einen farbigen Filmregenbogen haben springen lassen. Jetzt begebe ich mich also in den Abgrund Richtung Glockenturm und hoffe auf phantastische 100 Minuten in einem Kloster. Wer oder was die schwarze Narzisse ist? Ich werde euch aufklären.

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Mittendrin:
Nach 45 Minuten: Glaube, Wind, unterdrückte Leidenschaft, fremde Welten, Berge, Einsamkeit, Cultureclash und ein wunderschöner Mann in albernden kurzen Hosen- aber noch keine schwarze Narzisse weit und breit. Ich bin mitten in einen indisch- britischen Farbtopf gefallen und finde es toll.

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Hinterher:
Mir saust immer noch der Wind durch die Ohren und meine Augen leuchten. Das war wahrlich ein Ausflug in schwindelnde Höhen von Filmschönheit und Kitsch. Meine Höhenangst habe ich mit großer Freude über Bord geworfen. Wer oder was die „schwarze Narzisse“ ist, verrate ich euch nicht. Das findet ihr schön selbst heraus.

Hauptfigur des Films ist die junge und ehrgeizige Ordensschwester Clodagh, die in Indien als Vorsteherin in ein windiges Kloster geschickt wird, um dort eine Schule und ein Hospital aufzubauen. Ein schwierige Aufgabe, die von diversen Problemen begleitet wird.
Sei es der provokante und sehr attraktive Ortsvorsteher Mr. Dean, der diverse Herzen unter den Nonnentrachten höher schlagen lässt, die psychisch labile Schwester Ruth oder das Klima und die kulturellen Unterschiede. Von Anfang an liegt ein hochdramatischer Schleier über dem Film. In jeder Szene pfeift einem der Wind um die Ohren und begleitet die stetige Anspannung. Ich habe sie gespürt, als wäre ich eine der jungen Nonnen.

Eine Sensation ist Deborah Kerr, die die meiste Zeit ihre wunderbaren roten Haare verstecken muss, aber als Schwester Clodagh der schauspielerische Dreh- und Angelpunkt des Films ist. Sie ist gleichzeitig kühl und heiß, stark und schwach, emotional und kopflastig. Einfach toll. Die sexuelle Spannung die zwischen ihr und Mr. Dean den ganzen Film über in der Luft liegt, hat bei mir für ein andauerndes Prickeln auf der Haut gesorgt.

Wer glaubt Powell und Pressburger hätten auch nur eine einzige Aufnahme in Indien an Originalschauplätzen gedreht, ist ganz schön naiv. Die gemalten Hintergründe und Kulissen springen einem geradezu ins Auge.
Aber gerade auch das hat es für mich zu einem filmischen Erlebnis gemacht und mir noch mal meine Liebe zum Film gezeigt: die bedingungslose Bereitschaft, sich in der Wirklichkeit des Films zu verlieren und sei sie noch so künstlich und der Inhalt noch so weltfremd und überdramatisch.

„The Black Narcissus“ macht es einem leicht, sich diese Naivität zu bewahren und am Ende fühlt man sich wie nach diesem Farbpulverfest: Mit Farben und Emotionen beworfen und einfach glücklich. Ich gehe jetzt bis zum nächsten Powell und Pressburger Film nicht duschen! Ich kann auch verstehen, wenn jemand mit dem Stil nichts anfangen kann und es viel zu übertrieben findet. Dem möchte ich einen roten Farbkleks auf die Nase machen und sagen: „Lass es einfach zu.“

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Ein Kommentar zu „Black Narcissus (England, 1947) Regie: Michael Powell, Emeric Pressburger

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