Glengarry Glen Ross (USA, 1992) Regie: James Foley

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Vorher:
1992 kommt mit einem geheimnisvollen Film um die Ecke geschlichen. Ich habe aus meiner Jugendzeit (ich war 15 als der Film rauskam) das düstere Plakat in Erinnerung und weiß, dass es ein Krimi oder Thriller in der Welt der Immobilienmakler ist.
Und dass der wunderbare Jack Lemmon dabei ist. Alles ganz schön vage. Was bedeutet eigentlich der Titel? Alles liegt noch im Nebel . Ich läute das Nebelhorn und segel dem Noir der 90er entgegen.

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Mittendrin:
Was für ein Cast. Al Pacino, Alec Baldwin, Jonathan Pryce, Ed Harris, Kevin Spacey, Alan Arkin und eben Jack Lemmon. Aber ihre großen Namen bringen ihnen nichts, müssen sie doch als zwielichtige Immobilienmakler mitten in der Nacht ihre Abschlüsse machen, sonst ist der Ofen aus. Verzweiflung macht sich breit und es hört nicht auf zu regnen. Ich bin auch schon deprimiert. Ich befürchte nichts nimmt hier ein gutes Ende.

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Hinterher:
Ich merke ganz deutlich, dass ich mitten in den Neunzigern bin. Der Film beginnt damit, dass Jack Lemmon im Hinterzimmer eines chinesischen Restaurants in einer Telefonzelle sitzt und versucht Klienten an Land zu ziehen und endet damit, dass im Immobilienbüro neue Telefone angeschlossen werden. Wie würde ein Film, wie „Glengarry Glen Ross“ heute im Internet- und Handyzeitalter aussehen? Ich möchte es gar nicht wissen. Der Film ist ein Period Piece der Neunziger, gleichzeitig fand ich ihn aber in seiner Eleganz und seiner Coolness zeitlos elegant, böse und niedergeschlagen.

„Glengarry Glen Ross“ beschreibt im Zeitraum eines Abends und eines Morgens das Leben, Leiden und Quatschen von mehreren Immobilienmaklern in Chicago. Der junge Alec Baldwin legt zu Beginn des Films einen furiosen Arschlochauftritt als Boss von ganz oben hin und macht der Maklerriege klar: Wer die schlechteste Leistung zeigt, ist raus. Und so schwärmen alle hinaus in die regnerische Nacht und versuchen auf ihre Art, ihre Haut zu retten. Und am nächsten Morgen, wenn der Regen und die Nacht sich verabschiedet haben, scheint die Sonne auf die Geschehnisse, die im hellen Licht noch brüchiger sind als im Schutz der Dunkelheit.

„Glengarry Glen Ross“ ist ein cooler Film mit tollen Schauspielerin. Ein Ensemblefilm. Ein Dialogfilm. Ein Jazzfilm. Ein „Fuck“ Film. Reicht euch das so hingerotzt, um sich für den Film zu interessieren? Fuck, yeah, oder? Außerdem sind Jack Lemon und Al Pacino grandios.
Legt euer Handy zur Seite und hasst Alec Baldwin, bemitleidet Jack Lemon, schwärmt für Al Pacino und haltet euch die Ohren zu, wenn Ed Harris und Alan Arkin in ihrem Gespräch zum 20. Mal „Fuck“ in einer Minute benutzt haben.
Zum Schluss bleibt noch die Frage, was der Titel bedeutet. Ich habe keine blassen Schimmer. Vielleicht ruft mich ein Markler an und erklärt es mir und im Hintergrund klingt ein Jazzsaxophon.

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