Batman (USA, 1989) Regie: Tim Burton

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Vorher:
Deutschland Ende 1989. Es grassiert das Batman Fieber. Die erste Superheldenverfilmung seit langem wird gefeiert. Überall ist das Fledermaussymbol zu sehen und auf MTV läuft in Dauerschleife Prince‘s grelles „Batdance“ Video.
Ich war damals total desinteressiert und musste trotzdem mit meinen Schwestern ins Kino, um den Film zu sehen.
Ich fand ihn dann auch eher albern, peinlich und mochte nur Jack Nicholson (und hatte auch Angst, dass er ohne Schminke zu sehen ist) und habe Tim Burtons Stil als „Beetlejuice“ Fan wiedererkannt.
26 Jahre später habe ich den Film seitdem ca. zweieinhalbmal wiedergesehen und mag ihn viel mehr (vor allem im Hinblick auf die Knallbonbons, die noch folgen sollten, nachdem Burton nach zwei Teilen die Regie angegeben hatte.)

Jetzt bin ich gespannt, wie ich den modernen Klassiker nach Nolans Trilogie von 2005 bis 2012 finde. Und ich werde einen besonderen Blick auf Michael Keaton werfen, der ja kürzlich als gealterter Superheldendarsteller in „Birdman“ brillierte.4223387-batman-1989-batman-2686887-1024-576
Mittendrin:
Man möchte Batman zurufen: “Junge, hast du kein Geld für einen bequemeren Anzug?“ Das der so steif ist und der Superheld dadurch wie eine Fledermaus mit Stock im Arsch agiert, hatte ich so nicht mehr in Erinnerung.
Ansonsten bin ich aber so gut unterhalten wie erwartet. Ich habe auch Keaton als Bruce Wayne außerhalb der Gummianzugszenen jetzt ein wenig mehr ins Herz geschlossen. Er spielt sehr unaufgeregt und ein klein wenig nerdig. Aber ohne den Weltschmerz des Christian Bale. Finde ich gut.

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Hinterher:
„I had given a name to my pain. And it is Batman.“
Natürlich hat mir als brave Bürgerin Gotham Citys und Filmfan dieser Film keinerlei Schmerzen bereitet. Sieht man mal von Princes für meinen Geschmack etwas fehlplazierten Songs ab, hatte ich ein weiteres Mal großes Vergnügen mit „Batman“. Für den bunten Joker allerdings sehe ich schwarz…

Tim Burtons erster Geniestreich im Batman Universum geht für mich auch im Jahre 2015 voll auf. Das Auge kann sich kaum satt sehen an den an Fritz Langs „Metropolis“ erinnernden Kulissen der fiktiven Großstadt, an der Welt des knallbunte Akzente setzenden Jokers (wie erwartet genial interpretiert von Jack Nicholson, dessen Lieblingsrolle es auch gewesen sein soll) und den langen Locken und der großen Brille der zauberhaften Kim Basinger.

Die Handlung ist recht simpel mit dem üblichen Bruce Wayne/Batman Versteckspiel, einer Frau, die bald alles durchschaut und einem Erzfeind, der nichts mehr zu verlieren hat und dessen verbrecherische Aktionen so einfallsreich wie affig ist…Sind wir denn hier im Comic? Ja!
Burton ist sich dessen bewusst und ich empfinde seinen Film in erster Linie als Verneigung an die bildliche Vorlage (ohne tatsächlich mal einen Batman Comic gelesen zu haben). Er arbeitet einfach mit unglaublich starken Bildern.
Stilistisch erschafft er einen Hybrid aus den 30ern und den 80ern. Und man fühlt sich auch oft an die mittlerweile auch mit dem Wort „Kult“ versehene 60er Jahre Verfilmung mit Adam West erinnert. Ich habe so einige Mal gehofft, dass Keaton das Anti Hai Spray aus dem Gürtel zieht.

Batman macht einfach Spaß, auf die für Tim Burton typische alberne und düstere Art, die ich schon seit meiner frühen Teeniezeit klasse finde. Ich freue mich nun auf den zweiten Batman Film, der auch von Burton ist und der allgemein als noch besser angesehen wird (so habe ich es auch in Erinnerung.)  Miauuuu!

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