Hearts of Darkness: A Filmmakers Apocalypse (USA, 1991) Regie: Fax Bahr, George Hickenlooper, Eleanor Coppola

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Vorher:
Vor über einem Jahr zog mich Francis Ford Coppolas Wahnsinnsfilm „Apocalypse Now“ in den Bann. Seitdem ich den Film endlich kennengelernt habe, fragte ich mich aber auch, was hinter dem Film hinter dem Film steckt. Jetzt endlich bin ich im Jahr der Doku angekommen, die von anstrengenden Dreharbeiten berichtet, an denen der Regisseur fast zugrunde gegangen ist.
Wird es alles wahnsinniger sein, als Werner Herzogs Setberichte mit Klaus Kinski in Südamerika in „Mein liebster Feind“? Ich jedenfalls bin froh, gemütlich als Zuschauerin in die Filmwelt entführt zu werden und jetzt auch mal hinter die Kulissen schauen zu können.

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Mittendrin:
Ich sehe eine 25 Jahre alte Dokumentation über einen Film, der aus damaliger Sicht „erst“ 15 Jahre her war. Irgendwie skurril. Der Film ist sehr fesselnd und es gibt zahlreiche Zeitdokumente, Interviews und Filmausschnitte. Und mittendrin der leidenschaftliche, verzweifelte, engagierte Coppola. Er ist bereits mitten in seiner Apokalypse.

 
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Hinterher:
„It’s like a great war itself“.
Das war eine sehr interessante, ehrliche und mitreißendeDokumentarreise in Francis Ford Coppolas persönliche Apokalypse im philippinischen Dschungel, die 16 Monate dauern sollte.

„Hearts of Darkness“ ließ mich an diesem Abenteuer durch unterschiedlichste Mittel teilhaben. Zeitgenössisches Filmmaterial von den Dreharbeiten, aktuelle Interviews mit den Beteiligten, Filmszenen und vor allem Tagebucheinträge von Coppolas Frau Eleanor. Eine Dokumentarfilmerin, von der die damaligen Setaufnahmen sind und die ihre Eindrücke aus dem Off einspricht.
So hatte ich das Gefühl, sehr nah dran zu sein am Geschehen und an der Dramatik, der diese Dreharbeiten immer wieder unterworfen waren. Politische Spannungen auf den Phillippinen, Unwetter die ganze Sets zerstören, immer höher werdende Produktionskosten, für die Coppola selbst einstehen musste und vor allem Coppolas eigene andauernde Zweifel, überhaupt einen guten Film zu machen.
Die von negativer Energie durchsetzen Interviews von ihm am Set ziehen sich durch den ganzen Film. Die Vehemenz mit der er immer wieder überzeugt ist, einen schlechten Film zu machen, ist traurig und faszinierend zugleich. Und auch dem 52- jährigen Coppola in den aktuellen Interviews merkt man an, welche Spuren dieser Film und diese Dreharbeiten bei ihm hinterlassen haben.

Aber zum Glück weiß man ja, dass alles gut wird. Dass Coppola alles andere als einen schlechten Film macht, sondern ein Meisterwerk, das als einer der besten Filme aller Zeiten angesehen wird. (Ich selbst habe ihn ja vor kurzem gesehen und fand ihn sehr beeindruckend und einzigartig.)

Was mich auch Besonders in den Bann gezogen hat, war der Dreh zu den Anfangsszenen mit Martin Sheen in einem Hotelzimmer. Wie Sheen sich tatsächlich betrinkt, Coppola aus dem Off wilde Emotionen aus ihm herauslockt und er dann doch tatsächlich….ha, das verrate ich nicht.
Aufregend war natürlich auch der Dreh zum Schluss des Films mit dem schwierigen Marlon Brando (er gibt zur Doku kein Interview, weil er behauptet Coppola Schulde ihm immer noch 2 Millionen Dollar.) und dem durchgeknallten Dennis Hopper.

Die Dokumentation hat viele spektakuläre Szenen und beschreibt natürlich in letzter Konsequenz, parallel zur Handlung des Films, Coppolas Reise in sein eigenes düsteres Künstlerherz.
Ich kann euch diese Reise hinter die Kulissen wirklich sehr ans Herz legen. Ich werde jetzt noch auf eine dritte Zeitebene wandern und mir den Film mit Coppolas Audiokommentar von 2007 anschauen. Wenn ich mir dann noch die 50 Minuten längere Redux Version von 2001 angucke…auch ich werde den Geruch von Napalm am Morgen lieben. Der wunderbare Horror.
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