The Cook, the Thief, the Wife and her Lover (England, 1989) Regie: Peter Greenaway

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Vorher:
Der Frühling ist da und überall erwacht das Grün. So auch meine Filmreise wieder mit einem lange mit Spannung erwarteten Film. Den Titel muss ich nachschlagen, weil er mir immer entgleitet. Da ist er: „The Cook, the Thief, the Wife and her Lover.“
Der Regisseur heißt Peter Greenaway- da ist dann auch das Grün. Ich habe von dem Briten leider noch keinen Film gesehen, aber ich weiß, dass er sehr künstlerisch und abgedreht ist. Das gefällt mir und ich frage mich: Fühle ich mich beim Schauen wie der Koch, der Dieb, die Fau oder der Liebhaber? Hoffentlich wie eine rasante Mischung aus allen.

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Mittendrin:
Es ist Sonntag im „Les Hollandais“. Ich bin schon gut angefuttert. Der Film macht wirklich Appetit auf Kunst, Sex und Farben. Das ist ein toller Skandalrausch bisher. Nur die arme Helen Mirren macht als Wife des herrischen Thiefs doch sehr viel mit. Da würde ich mir auch einen Lover nehmen. Ob das alles gut geht? Ich befürchte nicht. Der nächste Gang wird sogleich serviert.

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Hinterher:
„Eat, Albert.“
Ich spielte gerade mit dem Gedanken, es für meine Filmbesprechung bei diesen zwei Worten zu belassen. Aber das wäre dann doch zu künstlerisch und böse. Diese Eigenschaften überlasse ich dann doch lieber Peter Greenaway. Sein Film hat mich sehr begeistert. Die zweite Hälfte des Films war sogar noch toller als die erste.

„The Cook, the Thief, the Wife and her Love“ ist ein wunderbar durchkonstruiertes Kunsttheaterstück. Ebenso wie die Protagonisten sich im Titel aneinanderreihen, reihen sich im Film die Wochentage, Spielräume, Klänge und Farben aneinander.

Der Film spielt sich an einer Woche im französischen Restaurant „Le Hollandais“ ab und erzählt die Geschichte der Frau des widerlichen und despotisch gewalttätigen Verbrechers Albert. Georgina leidet sehr unter ihrem Mann und wagt hinter den Kulissen des Restaurants eine Affäre mit dem etwas unscheinbaren und zunächst stummen Bücherwurm Michael, der ein weiterer Gast des Restaurants ist. Ein dramatisches Ende ist vorprogrammiert.

So banal die Story auch klingt- Greenways sinnliche und provokante Umsetzung war für mich sehr aufregend. Alle vier Spielräume sind detailreich und wunderschön ausgestattet und ich fühlte mich, als würde ich, mit einem  aufregenden Jean- Paul Gaultier Kostüm bekleidet,  visuell in einer Stillleben- bzw. Genremalereiausstellung des 16.Jahrhunderts baden. (Im Essensraum des Restaurants hing passend dazu großformatig ein Franz Hals Gemälde, das eine Tischgesellschaft zeigt).
Als Clou, um jedem Raum (Hinterhof, Küche, Restaurant und Toilette) seine eigene Stimmung und Dynamik zu geben, herrscht dort eine andere Farbe vor und man erlebt dort andere Klänge. Ich möchte euch da gar nicht zu viel verraten, denn ich habe mich gefreut, das nach und nach zu entdecken.

Das ist sowieso meine große Empfehlung an euch: guckt euch den Film bitte an und entdeckt selbst. Ich merke gerade, dass es mir zwar Freude macht den Film zu umschreiben, aber ich dem Gesehenen überhaupt nicht gerecht werde. Außerdem bietet der Film einige provokante Details, die zu verraten auch sehr blöd wäre.

Nehmt euch eine Woche frei, sammelt Appetit auf Kunst, Essen und Skandale und schmeißt euch in die Party im „Les Hollandais“.
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3 Kommentare zu „The Cook, the Thief, the Wife and her Lover (England, 1989) Regie: Peter Greenaway

  1. Wie ich die Greenaway-Filme dieser Zeit vermisse!
    Angucken solltest du auch noch unbedingt:
    – Der Bauch des Architekten
    – Verschwörung der Frauen / Drowning by Numbers

  2. Wenn auch ein bisschen spät, schlussendlich aber doch ein Kommentar hierzu!
    Ich will Liegeradler ganz dringend zustimmen und unbedingt noch die Filme „Der Kontrakt des Zeichners“ und „Ein Z und zwei Nullen“ hinzufügen. Wichtig bei den Filmen PG’s aus dieser Zeit: Das sind zeitlose Filme, keine 80er Jahre-Filme! Peter Greenaway schafft in seinen Filmen so etwas wie bewegte Gemälde, jede Einstellung ein Meisterwerk der Komposition. Er arbeitet auch heute noch, hat sich aber weit über den Film hinaus entwickelt zu einem Multi-Künstler, der Film, Theater, Installation und Malerei zu einem einzigartigen Universum vielfältiger Eindrücke zusammenfügt! Toller Tipp auf Deinen Seiten hier!

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