Platoon (USA, 1986) Regie: Oliver Stone

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Vorher:
Die Post- Vietnamkrieg Verarbeitung geht nach „The Deer Hunter“ und „Apocalypse Now“ jetzt mit Oliver Stone weiter. Da mich die beiden anderen Filme so beeindruckt und auch durchgeschüttelt haben, wähne ich mich jetzt vorbereitet, ein weiteres Mal dem Krieg zu begegnen. Der Kriegsfilm ist wirklich nicht mein Lieblingsgenre und ich setze mich dem nur sehr dosiert aus. Bisher habe ich es ja absolut nicht bereut.

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Mittendrin:
Charlie Sheen als Jungspund in der Hauptrolle, der uns seinen persönlichen Horror des Krieges aus dem Off erzählt. Der Film ist wie erwartet intensiv und in vielen Facetten erschreckend. Die Moskitos surren um meinen Kopf, das Gehirn surrt auch und mein Herz schlägt höher.

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Hinterher:
Der Film beginnt mit Hubschraubern und endet mit Hubschraubern. Wir sind schließlich in einem Vietnamkriegsalptraum. In Oliver Stones ganz persönlichem Verarbeitungsprozess seiner Kriegserlebnisse. Ich habe zwei Stunden mit dem jungen Chris T(aylor) (welch Symbolik) als absoluter Frischling die Hölle des Dschungels durchschritten.
„Platoon“ erzählt aus seiner Perspektive, wie viele Facetten der Wahnsinn des Krieges hat und dass der Feind nicht nur der Kriegsgegner im Dschungel ist, sondern auch das eigene Kriegssystem. Schon bei seinem ersten Einsatz wird Chris klar: auch innerhalb der Soldaten herrscht Krieg und wer neu im Platoon ist, wird als Kanonenfutter angesehen. „Platoon“ beschreibt also den Krieg im Krieg.

Der Film wird durchzogen von der Feindschaft zweier Sergeants des Platoons. Die des sanftmütigen, sympathischen Elias gespielt von Willem Dafoe und des narbenzerfurchten Veteranen Barnes gespielt von Tom Berenger. Chris alias Charlie Sheen wird unfreiwillig Spielball dieser Feindschaft und wird am Ende über deren Schicksal entscheiden.

Diese Storyline hat „Platoon“ meiner Meinung nach von einem fast exemplarischen Antikriegsfilm, der ein schockierendes Erlebnis an das nächste reiht, abgehoben.
Ich habe an mir beobachtet, dass mich diese unsinnigen Konflikte innerhalb des Platoons fast mehr berührt haben, als die unfassbaren Kriegsgreuel in den Kampf- und Manöverszenen. Aber das mag daran liegen, dass ich bei Kriegsfilmen selten wirklich in der Lage bin, das ganze wirklich als „so ist das wirklich passiert“ zu realisieren. Reiner Selbstschutz.
Die Geschichte um den „guten“ und den „bösen“ Soldaten war da für mich so etwas wie ein emotionaler Haken, bei dem ich gefahrlos mitleiden konnte, in dem Wissen- das ist jetzt nur Hollywood.
Recht begeistert war ich auch von Charlie Sheen, der in den letzten Jahren ja als eher unlustiger Comedyrowdy durch die Regenbogenpresse geisterte. Hier liefert er eine intensive und gute Leistung ab.

„Platoon“ bietet einiges. Ein schockierendes Kriegstrauma, eine intensive, persönliche Feindschaftsgeschichte, tolle Darsteller, allen voran einen jungen und mitreißenden Charlie Sheen (als Mittelsmann für Oliver Stone selbst), der seine Stimme immer wieder an den Zuschauer richtet, um von seinem ganz persönlichen, unfassbaren Krieg zu erzählen.
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2 Kommentare zu „Platoon (USA, 1986) Regie: Oliver Stone

  1. Einer meiner, wenn nicht sogar mein liebster, Antikriegsfilm. Und Sheen zeigt hier, dass er als Schauspieler durchaus mal was drauf hatte. Was daraus geworden ist, wissen wir ja leider alle.

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