Under the skin (Großbritannien, 2013) Regie: Jonathan Glazer

Under the Skin
Vorher:
Hurra! Der faszinierende Sci-Fi Kunstfilm, der gerade in aller Munde ist, läuft einmalig in Münster. Schnell Peter rekrutieren und Karten besorgen.
Ich habe ein wenig Angst, dass mir der Film zu anstrengend ist und nicht bei mir ankommt. Aber es gibt kein Zurück mehr. Scarlett Alien…ich komme.

Under the Skin
Mittendrin:
Schottland, du wildes Land. Ich bin absolut angetan und freue mich, dass ich in der Lage bin, so einen Film auf mich wirken zu lassen und mit freiem Kopf die Kunst unter meine Haut kriechen zu lassen. Scarlett ist sensationell!

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Hinterher:
Boom! Winter is coming und der Horrorctober ist da. Ich habe während des Guckens beschlossen, das ich mit „Under the skin“ meinen Gruselherbst starte. In ein Genre lässt sich der Film nicht pressen. Mir kam so etwas wie „Sciencefictionkunsthorrorcomingofage“ in den Kopf, als ich den Film schaute.

Scarlett Johansson begibt sich als schöne Fremde in Schottland in ihrem Lieferwagen auf Männerfang. Hört sich so schon mal nicht so spektakulär an. Aber „Under the skin“ ist es natürlich doch.

Von Anfang an hat mich der Film in seinen Bann gezogen und mich zur „Partnerin in Crime“ der geheimnisvollen Schönen gemacht. Ich saß mit ihr in diesem Auto und fühlte mich plötzlich auch als Fremde, für die alles neu ist. Abgeschirmt durch die regennassen Scheiben. Wer bin ich eigentlich in dieser Welt? Ist die Haut die mich umspannt, wirklich ein Spiegel meines Inneren?

Huch, ihr merkt: der Film wirbelt die Gedanken durcheinander. Es tauchen mehr Fragen als Antworten auf. Es passiert mehr Irritierendes als Erwartetes. Man hinterfragt alles, was man sieht, auch wenn es ein Stück Sahnetorte ist.

Abgesehen von der inneren Reise, die man erlebt, wenn man sich drauf einlassen kann, ist der Film formal ein Kunstknaller.
Jonathan Glazer vermag die Welt zu einem außerirdisch schönen Ort zu machen. Die schottische Landschaft, die Menschen, die Begegnungen und vor allem die Dinge, die passieren, wenn die Grenze unserer realen Welt überschritten wird. Scarlett, die hilflos durch einen Nadelwald stakst, ein schüchternes Gespräch mit einem einsamen, entstellten Mann, die geheimnisvolle, glatte Welt, in die die Verführerin ihre Opfer lockt.
Das alles hat mir und meinen Augen einfach eine gute Zeit beschert, in der ich das Fremde und das Fremdsein sehr genießen konnte. Wenn man sich in seinem Alltagsleben auch oft fremd und allein fühlt, kann so ein gesteuerter Kunstausflug, der Isolation und Andersartigkeit so zauberhaft und schön darstellt, einen durchaus beruhigen.

Wann werde ich mich von einem Alien in eine von euch verwandeln? Wahrscheinlich nie und Filme wie „Under the skin“ rufen mir zu: „Na und?“
Under the Skin Official Trailer

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8 Kommentare zu „Under the skin (Großbritannien, 2013) Regie: Jonathan Glazer

      1. Meinste Halle? Mal schauen … also ich bin zwar ein großer Filmfreak, aber normalerweise fahre ich nicht mehr als 15 km für einen Film. 😉 Das war früher die Entfernung von meinem Dörflein zur nächsten Kleinstadt, wo es ein Kino gibt. Seitdem ich dort weggezogen bin, habe ich mir geschworen nie wieder so weit für einen Film fahren zu müssen. Da müsste es schon die Verfilmung meines Lieblingsmangas oder ein Filmfest oder was anderes denkwürdiges sein. Auch wenn das hart klingt …

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