Dead Zone (USA, 1983) Regie: David Cronenberg

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Vorher:
Gibt es tatsächlich eine gute Stephen King Verfilmung, die ich noch nicht kenne? Ja. Auf mich wartet heute „Dead Zone“, von dem ich gar nicht weiß, ob ich die King Vorlage kenne.
Ich glaube, es ist eine Kurzgeschichte und das ist mir ja die liebste King Darreichungsform. Dass bei diesem Gericht auch noch David Cronenberg als Regisseur und Christopher Walken als Hauptdarsteller hinzukommen, schmeckt mir sehr gut.
Ich freue mich nun also auf einen hoffentlich gut ekeligen und spannenden Thriller. Worum es geht, weiß ich nur vage. Ein Mann kann in die Zukunft gucken und will ein Attentat verhindern? Mein Blick in die Zukunft lässt mich jedenfalls hoffen, dass ich tolle 103 Minuten erlebe.

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Mittendrin:
Hach, ich mag Stephen King und das scheint mir wirklich eine Verfilmung zu sein, die mit Carrie, Shining oder Misery mithalten kann. Das Grauen und das Absonderliche schleichen sich ins Normale und der Film erzählt es bisher sehr geradlinig und spannend und ohne Gruseltand. Dass Christopher Walken sowieso super ist, muss ich nicht erwähnen, oder?

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Hinterher:
Mein Kopf brummt und ich bin wie hypnotisiert von Christopher Walken. Ist man ja immer, wenn man in seine Augen blickt. In diesem Film war es besonders toll und gefährlich, durch sie hindurch in seinen Kopf zu schauen.
Der Film entführt mich in das zunächst durchschnittliche Leben des Lehrers Johnny Smith, der nach einem glücklichen Date mit seiner Verlobten nach Hause fährt. Dann aber reißt ein Unfall mit einem Milchlaster ein Loch in sein Leben und er tritt ein in die Welt von Stephen Kings alltäglichem Horror.
Er erwacht aus einem Koma und nichts ist mehr wie es war. Seine Verlobte ist mittlerweile mit einem anderen verheiratet. Er ist nicht nur durch ein verkrüppeltes Bein verändert, sondern vor allem durch eine erschreckende Gabe, deren Verantwortung und Grauen ihm fortan das Leben zur Hölle macht.

„Dead Zone“ ist ein guter, unaufgeregter Film mit einem aufregenden Christopher Walken und einer durchgängigen Spannung. Wie kann ein unaufgeregter Horrorfilm gut sein? Ich mochte die langsame Art des Spannungsaufbaus und die bodenständige Erzählweise, aus der die alptraumartigen Visionen Johnnys wie Speerspitzen herausragten und umso giftiger waren.

„Dead Zone“ funktioniert für mich nicht nur als Horrorfilm oder Thriller, sondern auch als Drama um einen Menschen, der mit einer übermenschlichen Gabe zurechtzukommen versucht und seine verlorene Liebe wiederhaben möchte. Ein vorzüglicher Genre Mix also, den ich euch nur zu gerne auf die Speisekarte schreibe. (Auch wenn die King Zutat keine Kurzgeschichte, sondern ein Roman ist.)

Genießt die Horrorsuppe mit den stechenden Walkenaugen und einer starken Prise warmherziger Dramatik. Als Garnierung gibt es noch Martin Sheen als zwielichtigen Politiker.
Bon Appetit mit Cronenbergs „Dead Zone“.

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2 Kommentare zu „Dead Zone (USA, 1983) Regie: David Cronenberg

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