Near Dark (USA, 1987) Regie: Kathryn Bigelow

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Vorher:
Wenn ich den Namen Kathryn Bigelow höre, denke ich an den surfenden Patrick Swayze, Ralph Fiennes im Silvesterkonfettiregen und Jamie Lee Curtis als Polizistin. Denn „Point Break“, „Strange Days“ und „Blue Steel“ sind irgendwie die einzigen Filme von ihr, die ich kenne. Ich mag sie alle drei. Deshalb finde ich es jetzt klasse zu gucken, wie Bigelow das Vampir Genre für sich interpretiert.
Bei 80er Jahre Vampiren denke ich ja nun wieder an Kiefer Sutherland in „The Lost Boys“. Mein Kopf dreht sich und hier wird es langsam dunkel. „Near dark“: Ich komme!

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Mittendrin:
Hach. Ich mag die 80er. Die Outfits, die Musik…. Der Film gibt eine tolle bedrohliche und zugleich coole Stimmung wieder. Viel Vampir- und Gruselaction gab es noch nicht bisher. Aber das stört mich gar nicht.

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Hinterher:
Meine Güte, war das ein chaotischer Vampirhaufen. Genauso chaotisch wie der Genre Mix den Kathryn Bigelow hier zusammenwirft. Aber was soll ich sagen: es hat gestimmt. „Near Dark“ ist wirklich eine verdammt coole Annäherung an das Vampir Thema, die ich so noch nicht gesehen habe.

Die Reise geht ins ländlichste Oklahoma, wo der süße Farmerssohn Caleb wie vom Blitz getroffen wird vom Charme der geheimnisvollen Reisenden Mae. Das erste, aufregende Date endet bei Anbruch des Tages mit einem Kuss der besonderen Art und fortan ist in Calebs Leben nichts mehr wie es war. Er ist nun Teil von Maes durchgeknallter, mordender Vampir Sippe.

„Near dark“ ist ein Film der Kontraste. Die helle und aufrechte Welt des mittleren Westens trifft auf das verbrecherische, dreckige Nachtleben der Vampire. Der tolle, künstlich-sterile Synthie Soundtrack von Tangerine Dream trifft auf warme und schmutzige Bilder. Western trifft auf Film Noir, Horror trifft auf Action. Und zu guter Letzt trifft die Nacht den Tag, an dem sich die coolen Vampire im Sonnenlicht in leicht in Flammen aufgehende Opfer verwandeln.
Die Atmosphäre und die Stimmung tragen den ganzen Film und ich war von Beginn an wie eingesogen in die kleine Geschichte. Ich war, wie Caleb, gleichzeitig fasziniert und abgestoßen von der Welt der Vampirfamilie, die das Schicksal zusammegewürfelt hat und die gleichzeitig böse, traurig und doch irgendwie liebenswert waren. Sogar Bill Paxton, der als Arschlochvampir nicht zimperlich ist, habe ich ins kalte Herz geschlossen. Vielleicht habe ich mich auch ein klein wenig in einen Drecksvampir verwandelt.

Wer die 80er Jahre mag, wem aber „The Lost Boys“ zu aufgedreht und bunt ist, der möge sich bitte Bigelows Vision vom Vampir Mythos anschauen. Ein wirklich toller Film, der zwar mit den Genres spielt, dabei aber atmosphärisch alle Fäden zusammenhält.
nd9

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4 Kommentare zu „Near Dark (USA, 1987) Regie: Kathryn Bigelow

  1. Im Grunde ist es ja genauso ein Produkt der puritanischen USA wie Twilight, nur daß hier eben grade Aids alle vor den Kopf gestoßen hatte. Daher dominiert wohl auch die Frage nach Heilungschancen die Romanze eines Romeos mit seiner Julia. Im Gegensatz zu den Glitzervampiren mag ich Near Dark aber auch sehr.

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