Raging Bull (USA, 1980) Regie: Martin Scorsese

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Vorher:
Ich habe mich tatsächlich durch die 70er Jahre geguckt, ohne einen Film von Scorsese dabei zu haben: Skandal!
Dafür bekomme ich jetzt ordentlich auf die Mappe. Ich sehe Robert de Niro zu, wie er boxt und unglaublich viel Gewicht zulegt. Aber das ist wahrscheinlich nicht das einzig interessante an „Raging Bull“. Ich bin sehr gespannt. Die sensationelle Opening Sequence habe ich bereits gesehen und bin begeistert.

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Mittendrin:
Ich bin betört. Was ein brutaler, schöner Film. Was ein brutal schöner  Film. Ich bin total überrascht, wie intensiv und nah dieser Film ist. So, jetzt aber weitergucken. Robert hat schon einen leichten Bauchansatz.

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Hinterher:
„Raging Bull- Touched Annika.“ Ich bin hin und weg von diesem intensiven Schwarz- weiß Film. Scorsese mag ich ja generell sehr. Seine bewegenden und pessimistischen Biografien, in denen er fast immer scheiternde Figuren zeigt- ich liebe sie. Jetzt habe ich DEN Film gesehen, der das menschliche Versagen und die Tragik eines Talents so dicht und wunderschön wiedergibt, das es mir oft den Atem geraubt hat. Und ich musste nicht mal mit boxen. Trotzdem sitze ich jetzt in der Ring Ecke und sehne mich nach einem nassen Schwam, der die Gefühle etwas verwässert.

„Raging Bull“ erzählt die Lebensgeschichte und Karriere des Boxers Jake LaMotta. Dieser Mann ist alles andere als ein strahlender Held, sondern ein Quer- und Dickkopf, der seine Aggressivität auch außerhalb des Rings nicht unter Kontrolle hat. Er hat einen hingebungsvollen Bruder, heiratet die wunderschöne und coole Sirene seines Viertels und ist ein erfolgreicher Boxer. Dennoch schafft er es mit seiner Eifersucht, seinem Eigensinn und seiner cholerischen Art alles den Bach hinunter gehen zu lassen.

Robert de Niro ist in der Rolle des LaMotta ein weiteres Mal sensationell und zeigt vollen Körpereinsatz. In der zweiten Hälfte des Films glaubt man seinen Augen nicht zu trauen. Ist der aufgedunsene, gefallene Mann wirklich der Schauspieler, der die körperintensiven Boxszenen gekämpft hat?

Aber De Niro war es gar nicht, der für mich „Raging Bull“ so einzigartig gemacht hat, sondern Scorseses kammerspielartige, ja sogar intime Inszenierung. Ich bin und war hin und weg von den Kameraeinstellungen, dem betörenden Schwarzweiß und den Bildern. „Raging Bull“ ist keine oberflächliche, schillernde Biografie eines berühmten Mannes, sondern hat mich eintauchen lassen, in das New York der 40er und 50er Jahre, in den Ring und in die Seele dieses Mannes.

Für mich einer der besten Filme, die ich je gesehen habe und der beste Scorsese, den ich kenne. Lasst euch diese niederschmetternde Schönheit auf keinen Fall entgehen.
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2 Kommentare zu „Raging Bull (USA, 1980) Regie: Martin Scorsese

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