The Man Who Fell to Earth (England, 1976) Regie: Nicolas Roeg

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Vorher:
Wer mich 5 Minuten kennt, weiß dass ich David Bowie Fan bin. Bowie hier, Bowie da, Bowie überall. Ich bewundere ihn natürlich auch als Schauspieler, sei es mit Knallerfrisur in „Labyrinth“ oder elegant als Nicola Tesla in „Prestige“.

Umso mysteriöser, dass ich ihn noch nicht in seiner ätherischen Rolle als Außerirdischen in „The Man Who Fell to Earth“ gesehen habe, spiegelt sie doch seinen Mythos vom androgynen und außerweltlichen Gott wider. Ich bin gespannt und freudig erregt, den „Thin White Duke“ auf die Erde fallen zu sehen. Wird es ein Thriller sein? Ein Experimentalfilm? Oder Science Fiction? Egal, schwärmen werde ich für den Mittsiebziger Bowie sowieso.

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Mittendrin:
Das „The Man Who Fell to Earth“ ein abstruser Film ist, war ja klar. Aber bisher ist er anders abstrus als erwartet. Ein irrer Trip, der nicht das Außerirdische als fremdartig darstellt, sondern die Erde, seine Menschen und was man darin entdecken kann. Was genau passiert? Ich habe keine Ahnung. Aber ihr könnt euch denken, ich finde es klasse und zu Bowie muss ich nichts sagen, oder?
 
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Hinterher:
“Ground control to Major Tom? What is Bowie doing on earth?” Alles und nix. Ich muss es zugeben, für mich war “The Man Who Fell to Earth” eine leichte Bruchlandung.
Ich bin ziemlich begeistert durch den Film gesegelt und habe irgendwann bemerkt: „Moment mal, ich langweile mich. Es hört nicht auf.“ So war ich dann fast schlummernd am Ende angekommen und spürte fast nichts. Aber vielleicht das ist eben die Faszination des Films?!

David Bowie spielt den eleganten und fremdartigen (aber nicht so fremdartig wie gedacht) Thomas Jerome Newton, der von einem Planten mit Wassernot kommend, ausgerechnet in New Mexiko landet, um von hier aus Hilfe auf der Erde zu suchen. Seine Voraussetzungen sind ideal. Er hat genug Patente, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Aber jetzt mal unter uns: er setzt es in den Sand.
Er zerbricht an dem schlimmsten Wesen, was sich ein friedlicher Außerirdischer nicht vorstellen kann: dem Menschen und seinen Banalitäten. Im erstbesten Hotel verliebt er sich bei einem Schwindelanfall im Fahrstuhl in die Kleinstadtpomeranze Lou-Ann, mit der er sehr bald in einen Beziehungsalltag hineinrutscht.

So wie eine Beziehung ist auch der Film. Anfangs ist alles sehr aufregend, Bowie in jeder Szene eine Sensation und man fühlt sich selbst wie ein Alien, der auf der Erde gelandet ist. Alles glänzt und glitzert. Jede Wasseroberfläche ist eine Wonne. Aber es ist bitter und traurig: man gewöhnt sich daran, stumpft ab.

Natürlich motze ich hier auf sehr hohem Niveau. Der Film ist insgesamt schon ein Ereignis, das einzigartig, fremdartig und bowieartig ist. Langweilen mit Bowie ist immer noch toll.
Auch wenn mein Herz teilweise geschlummert hat, war die Netzhaut im Ausnahmezustand. Landschaftsaufnahmen im Kontrast zu Großstadtödnissen. Ehekrach im Kontrast zu Körperrangeleien.
Mein Highlight waren natürlich die Szenen, in denen Newton an seine Familie auf dem fernen Planeten denkt und man in seiner „natürlichen“ Umgebung erlebt. Repilienartige Wesen in schönen Anzügen, die mehr Wärme und Liebe ausstrahlen als die Menschen. Verrückte (Außen) Welt.

Ich empfehle euch also: guckt euch „The Man Who Fell to Earth“ an. Eine gute Portion Bowie Fantum, Freude am Irdisch- Außerirdischen und Durchhaltevermögen solltet ihr schon in der Sauerstoffflasche haben- aber dann werdet ihr auch eine Menge glitzern und staunen.

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2 Kommentare zu „The Man Who Fell to Earth (England, 1976) Regie: Nicolas Roeg

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