The Thief of Bagdad (USA, 1924) Regie: Raoul Walsh

 

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Vorher:
Es ist wieder Stummfilmzeit. Das ist ein richtiges kleines Steckpferd von mir geworden. Danke an die „Wilde 13“ für diese neue Leidenschaft…
Heute steige ich auf einen fliegenden Teppich und klaue mich mit dem charmanten Douglas Fairbanks durch Bagdad. Oder jagt er den Dieb? Wird er viele Frauen verführen? Ach ne, das war ja Rudolph Valentino. Ich freu mich auf eine tolle Abenteuergeschichte und bin gespannt wie vor 90 Jahren der Orient und fliegende Teppiche inszeniert wurden.

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Mittendrin:
Und zack! Ich bin in einem Märchentraum. Die Kulissen sind phantastisch, die Geschichte ist schwungvoll und voller Exotik und der charmant- kecke Douglas Fairbanks hat in seinen Pluderhosen nicht nur das Herz der Prinzessin erobert. Aber er ist ja nun mal ein Dieb, da legen sich garantiert noch einige Steine oder fiese mongolische Prinzen in den Weg, bevor die beiden auf dem Teppich in den Abendhimmel reiten. Also, werf ich mir schnell den Schleier wieder um und bin wieder im Kalifen Palast.

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Hinterher:
Hui, der fliegende Teppich war aber nicht das einzige, das mir vor Staunen den Schleier gelupft hat. (Ok, ich hör jetzt auf mit diesem Schleierkram…) Es gab vor allem in der zweiten Hälfte dieses Abenteuers einiges zu entdecken. Fliegende Pferde, Zauberkisten, die mit einem Puff ganze Armeen erschaffen, Ungeheuer und Unterwassersirenen.

Mir kam es so vor, als wäre „The Thief of Bagdad“ die Mutter aller Abenteuerfilme gewesen. Ich habe so viel wiederentdeckt, was ich in modernen Filmklassikern dieses Genres wie Indiana Jones, oder Star Wars gesehen habe. Die Jagd nach orientalischen Schätzen (Indy) oder die Liebesgeschichte zwischen einem Hallodri und einer Prinzessin (Han und Leia). Die Vergleiche ließen sich noch endlos fortsetzen.

Wir werden entführt in ein Märchen aus 1001 Nacht, das die Geschichte eines nonchalanten Diebes erzählt, den die Liebe zu einer Prinzessin zu einem Helden macht. Auf dem Weg dahin warten natürlich Nebenbuhler, magische Aufgaben und allerhand Zauberei.
Der Film wird vor allem durch drei Dinge so toll: Douglas Fairbanks, den fröhlichen Einfallsreichtum und die bombastischen Kulissen. Schon in den ersten Szenen sauste, kletterte und rannte ich mit Ahmed durch die Straßen Bagdads und habe mich, natürlich, schwer in ihn verknallt.
Douglas Fairbanks hat eine tolle Präsenz als charmanter und leichtfüßiger Gauner, dem alles gelingt. Wie von Zauberhand hüpft er auf der Flucht durch eine Landschaft von riesigen Vasen, klettert an einem magischen Seil die Wände empor, stellt sich mit ausgestreckten Armen auf einen Balkon und scheint zu rufen: „Seht her, ihr Filmemacher und Filmfans. Auch in 90 Jahren werde ich eure Herzen schneller schlagen lassen und euch lachende Gesichter zaubern.“

Ein Freund von mir, mit dem ich über den Film geredet habe, meinte: „Ich hätte noch ewig weitergucken können.“ Und er hat irgendwie Recht. Man kann sich gar nicht Sattsehen an Ahmeds Abenteuern, den gigantischen Kulissen, den knalligen Kostümen (ja, knallig geht auch in einem schwarz weiß Film), den zauberhaften Wesen, bösen Intrigen und den großen Gefühlen. Möge die 1002te Nacht niemals kommen…

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