Le Mépris (Frankreich, 1963) Regie: Jean- Luc Godard

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Vorher:
Der Winterschlaf ist vorbei, die Hälfte der Reise ist getan und für mich geht es jetzt ins warme Capri, um dort Brigitte Bardot, Michel Piccoli, Fritz Lang und Jack Palance zu begegnen. Was für eine wilde Kombination! Hoffentlich bekomme ich (k)einen Sonnenstich. Der Trailer des Films von Godard, in dem Piccoli und Bardot Stichworte, die den Film beschreiben, rufen, hat keine große Klärung gegeben, worum es eigentlich nicht geht, mich aber sehr begeistert. Ich setz das Sonnensegel und mache mich auf zur wilden 13 im Jahr 14. Ahoi, neues Jahr!

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Mittendrin:
Nach 53 Minuten:
Ach ja, die Franzosen. Ich muss mich da erst mal reinfinden. Obwohl, wenn man das nach 53 Minuten nicht geschafft hat…Ich hab‘s: Ich glaube, das ist Absicht. Haha! Willkommen in der Nouvelle Vague, Annika. Bisher schwanke ich zwischen Aufregung, Langweile und dem Genervt sein von Bardots schmollender Art. Ich hoffe, die fahren gleich noch nach Capri….

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Hinterher:
„Ja, warum liebt sie ihn denn nun nicht mehr?“ Ich würde ja gerne schreiben, dass mich das brennend interessiert, aber das tut es leider nicht. Godards Film der Nouvelle Vague war für mich nicht wirklich eine Welle, sondern wie die lauwarme und halbvolle Badewanne, in der Piccoli und Bardot in der Mitte des Films plätschern.
„Le Mepris“ erzählt die Geschichte (?) von dem Drehbuchautor Paul, der schwankt, ob er bei dem überheblichen Filmproduzenten Prokosch am Drehbuch für eine „Odysseus“ Verfilmung mitarbeiten soll. Schließlich ist der große Fritz Lang (der sich selbst spielt) der Regisseur! Probleme gibt es auch im privaten Bereich. Die Ehe mit seiner sehr attraktiven Frau Camille ist von Streit, Unverständnis und ungelösten Fragen geprägt.
Leider ging es mir mit „Le Mépris“ auch so. Ich war ganz einfach genervt von der Machart des Films. Mir kam es so vor, als hätte Godard alle Zutaten in der Hand gehabt, um einen großartigen und provokanten Film zu machen und hat dann einen nöligen, repetitiven und langweiligen Problemfilm daraus gemacht. Der Film war so wie Brigitte Bardot in ihrer Rolle als Camille- sehr hübsch anzusehen- die Landschaft, ihr Körper, aber für mich auch einfach zu motzig und unsympathisch.
Die Teile des Films, in denen es ums Filmemachen geht, haben mich auch nicht erreicht. Fritz Lang gibt eine tolle Figur als Mittler zwischen den Fronten ab. Die Dialoge, die in mehreren Sprachen stattfinden und von einer Übersetzerin andauernd simultan übersetzt werden, haben mich aber mit einem Stirnrunzeln zurückgelassen.

Tja, vielleicht bin ich auch zu doof für die Nouvelle Vague. Oder ich war in der falschen Stimmung, als ich den Film gesehen habe. Ich war jedenfalls ziemlich erschrocken, dass der Film mich so gelangweilt hat. Schade schade.
Ich würde euch „Le Mépris“ jetzt nicht ausreden wollen. Guckt einfach selbst mal rein und versucht ihn zu verstehen und zu mögen. Ich versuche mein Glück im nächsten Jahr mit einer anderen französischen Blondine. Dann gibt es mehr Regen als Sonne, aber auch Gesang.
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