Stoker (USA, 2013) Regie: Park Chan- wook

movie-5112_cover
Vorher:
Dracula, Oldboy, Shadow of a doubt-  diese Dinge fallen mir als erstes ein, wenn ich an den folgenden Film denke. Der Name des Dracula Autors, der bekannteste Film des Regisseurs und der Hitchcockfilm,  der inhaltlich ähnlich ist. Dracula liebe ich, Oldboy kenne ich leider noch nicht und „Shadow of a doubt“  habe ich vor circa 1 ½ Jahren gesehen und fand ihn klasse.
So stürze ich mich mit Vorfreude auf Park Chan- wooks ersten US- Film. Hochbejubelt wurde er ja und ich vermute ganz stark, dass er mich auch packen wird. Vielleicht stelle ich mir auch zu sehr einen Mainstream Thriller vor und es kommt etwas total anderes. Na, das wäre ja auch nicht das schlechteste…

stoker_-_die_unschuld_endet_106285
Mittendrin:
So gut wie erwartet. Wunderschön, verwirrend, stilvoll, kühl mit gelben Farbtupfern. Furiose Bilder, surreale Atmosphäre und viele Geheimnisse. Jetzt wendet sich gerade die Stimmung und es wird richtig unheimlich. Wird India ihrem coolen Onkel Charlie das Wasser reichen? Das Potential hat sie ja. Und wunderschöne Schuhe.

stoker1f-1-web
Hinterher:
Ist das Leben wirklich so elegant, böse und brutal? In Park Chan- wooks Universum: Ja.
Wie ein betörender (Alp)Traum ist „Stoker“ und scheut sich nicht davor, jede Kameraeinstellung wie eine Sensation aussehen zu lassen. Man könnte sagen, der Film ist zum Sterben schön.

Mia Wasikowska ist India Stoker (Schon der Name ist wunderschön, oder?), die an ihrem 18. Geburtstag bei einem Autounfall ihren Vater verliert und in deren Leben genau an diesem Tag ihr eleganter und mysteriöser Onkel Charlie tritt. (Ha! Schon mal der gleiche Name wie Joseph Cotten in „Shadow of a doubt“.)
Indias Mutter ist entzückt, sie selbst skeptisch und verwirrt.
Mit dem Tod des Vaters und dem Eintritt ins Erwachsenenalter verändert sich alles. Natürlich. Anstelle des jährlichen Paares Herrenschuhe (Toll, toll, toll, ich möchte auch solche Schuhe haben.) findet India einen geheimnisvollen Schlüssel in ihrem Geburtstagspäckchen und ihr Vater, der liebe Jagdgefährte ihrer Kindheit, wird durch eine jüngere Version von ihm ersetzt.

India: Willkommen in der Erwachsenenwelt voller Gewalt und Sexualität. Spinnen krabbeln plötzlich an deinem Oberschenkel hoch, das gemeinsame Klavierspiel mit Onkel Charlie mit den gekreuzten Armen, entfacht mehr als nur musikalische Leidenschaft und das erste unsichere Steigen in Pumps fühlt sich fremd und aufregend an.
Für mich war „Stoker“ vor allem als Coming  Of Age Geschichte spannend und aufregend. In Form eines Familienthrillers voller düsterer Geheimnisse und Wendungen, voller ästhetischer Highlights und mit einem tolles Darstellerensemble. Mia Wasikowska glänzt streng und wunderschön als India und mit ihr habe ich mich wieder wie eine unsichere 18- jährige gefühlt, die gleichzeitig Angst und Lust auf die Welt da draußen hat und sich verwandelt.
Und glaubt mir, die Wandlung findet statt. In welche Richtung India voranschreitet, sei es in Pumps oder den geliebten „Daddy“ Schuhen? Dafür müsst ihr selbst die gelbe Schleife des Geburtstagspakets öffnen und mit dem Schlüssel in der Hand Park Chan- wooks Film genießen. Ein Genuss ist der Film in jedem Fall:  für das Auge, die Gruselabteilung eures Gehirns und für die Ohren.
Und natürlich für den Sinn von Stil , Thrill und rotem Blut, das elegant an einen Grashalm spritzt.
1_e_Park-Chan-Wook-_Stoker

Advertisements

5 Kommentare zu „Stoker (USA, 2013) Regie: Park Chan- wook

  1. Stoker hat mich auch sehr begeistert. Ist einer der Top Filme des vergangenes Jahres (Mein Lieblingsfilm im Monat November :)). Fantastische Bilder, tolle musikalische Untermalung und coole Schnitte. Ich mochte es auch sehr worauf die Geschichte am Ende hinauslief. Ich war wirklich froh über diesen Film und sehr beeindruckt von Mia Wasikowska als India. Toll toll toll … und die Schuhe finde ich auch cool (Rory hatte die bei Gilmore Girls auch immer zu ihrer Schuluniform an).

  2. „Stoker“ ist für mich einer der besten (zumindest mir liebsten) Filme des vergangenen Jahres. „Elegant“ ist auch ein passendes Wort, um den Film zu beschreiben. Obwohl mich die Bilder am meisten beeindruck haben, die Coming-of-Age-Story war wichtig und schön aufgebaut. Ein poetischer Film 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s