Die Brücke (Deutschland, 1959) Regie: Bernhard Wicki

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Vorher:
Ich hatte beim Gucken meines 1933er Films „Dr. Mabuse“ prophezeit, dass ich lange nicht nach Deutschland zurückkehren werde und so ist es gekommen.
26 Jahre später bin ich wieder da und begebe mich direkt in das deutsche Kriegstrauma. „Die Brücke“ erzählt die Unsinnigkeit und den Wahnsinn des Krieges. Einige bekannte Namen lese ich in der Besetzungsliste. Fritz Wepper, Volker Lechtenbrink und Vicco Von Bülow (Loriot!). Ich bin gespannt, welche Wirkung der Film auf mich haben wird, die mit der NS Verarbeitung großgeworden ist und schon einige Filme zu dem Thema gesehen hat.

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Mittendrin:
Nach 41 Minuten:
Der Inhalt macht den Film. Das ist jetzt kein großes Kino, was ich hier sehe, sondern wirkt eher wie ein Antikriegslehrfilm für die Schule. Vielleicht war es das auch.
Die Vorgschichte ist vorüber und die Jungs, deren Lebensumstände ich soeben kennengelernt habe, müssen in den letzen Zügen des Krieges noch in die Uniform. Herrje! Das wird sicherlich nicht gut enden und die Dramatik spitzt sich zu.

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Hinterher:
Da hat der Film mich aber noch eiskalt erwischt. Die zweite Hälfte war sehr hart, verwirrend und durch den Kopf kriechend. Der echte Krieg ist so ruhig und dann so befremdlich und irre in den Film eingebrochen, dass ich auch irgendwie ein Stücken erwachsener geworden bin und gealtert wie die Jungs, deren Geschichte in dem Film erzählt wird.
In einem kleinen Örtchen lebt im April 1945 eine Gruppe von sieben 16- jährigen ein recht normales Leben im Schatten des Krieges. Die Väter fehlen, es gibt wenig zu essen und Highlight des Tages ist es, zu gucken, ob die Brücke des Städtchens schon bombardiert wurde. Anhand der unterschiedlichen Charaktere wird das Leben mit dem Krieg wie aus dem Lehrbuch gezeigt. Die Jungs sind lebenshungrig und wild und können es gar nicht abwarten, endlich eingezogen zu werden.
Als dies dann passiert und aus den sieben Individuen in kurzen Hosen, sieben Soldaten mit Helm und Uniform werden, die man nur noch schwer unterscheiden kann, macht der Film eine brutale Kehrtwende. Ich hatte den Film schon als „damals bestimmt zur Verarbeitung sehr gut, aber doch sehr verharmlosend“ abgestempelt, da kam die letzte halbe Stunde. Mehr will ich gar nicht dazu schreiben. Ihr könnt euch ja denken, was passiert.

Mir ist der Film jedenfalls sehr nahe gegangen, hat mich erschrocken und mit leerem Kopf zurückgelassen. Die Gesichter der Jungen, die so Grausames erleben müssen, werde ich lange nicht vergessen. Scheiß Krieg! Man kann es gar nicht oft genug sagen…
302z12d

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2 Kommentare zu „Die Brücke (Deutschland, 1959) Regie: Bernhard Wicki

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