Touch of Evil (USA, 1958) Regie: Orson Welles

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Vorher:
Der Hauch des Bösen streift mich nun in Gestalt von Orson Welles. Ich tauche wieder in die Welt des Film Noir ein. Das war es dann aber auch schon an Wissen zu diesem Film. Ein Krimi mit Orson Welles, der sicherlich gut und düster und äh ja…böse sein wird. Also nicht lange weiter texten, Film ab.

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Mittendrin:
Nach 50 Minuten:
Da ist was faul an der mexikanischen Grenze. Das ist nicht nur ein Hauch des Bösen, sondern gleich ein ganzer Berg in Form von Orson Welles als windigen und selbstherrlichen Polizeichef. Und der ist nur die Spitze des Eisbergs, was dieses Ereignis von Film angeht. „Touch of Evil“ ist  bisher fulminant was Kamera, Schnitte, Stimmung und Darsteller angeht. Das Böse kann so gut sein. Weiter geht’s…

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Hinterher:
Das war aber eine gute, böse Überraschung. Ein betörender und aufregender Film war „Touch of Evil“. Ich bin richtig froh, dass ich vorher quasi nichts wusste, so wurde mein Filmerlebnis durch freudiges Aufjauchzen meinerseits noch gesteigert, immer wenn ein neuer toller Darsteller die Handlung betrat.
Orson Welles als fettleibige Inkarnation des Bösen war ja klar gewesen. Aber dann auch noch Charlton Heston als mexikanischer Drogenfahnder, die wunderschöne Janet Leigh als seine Frau und als Highlight Marlene Dietrich in einer kleinen feinen Rolle als geheimnisvolle Freundin Welles. Immer wenn sie auftaucht, scheint die rasante Handlung einen Augenblick still zu stehen, man kann kurz durchschnaufen und sich in ihren Augen verlieren.

„Touch of Evil“ erzählt das Duell des jungen mexikanischen Drogenfahnders Vargas (Heston) mit dem satten und mächtigen US Polizei Chefs Quinlan (Welles). Als in einem US- mexikanischen Grenzstädtchen eine Autobombe hochgeht, sind beide vor Ort und es entspinnt sich ein Verwirr- und Intrigenspiel. Alt gegen jung. Müde gegen Lebensfroh. Gut gegen böse. Wobei aber nichts so richtig ist, wie es scheint und alles ziemlich undurchsichtig bleibt.

Welles hat mit „Touch of Evil“ so einige Bomben in mir hochgehen lassen. Ich war die ganze Zeit in angenehmer Anspannung und konnte mich gar nicht sattsehen, hören und denken. Angefangen mit einer großartigen Anfangsszene, in der ohne Schnitt die Szenerie vorgestellt wird und wir mit Vargas und seiner Frau über die Grenze spazieren, knallt Welles dem Zuschauer mit toller Virtuosität aufregende Schnitte und Kamerafahrten am laufenden Band in den Kopf.
Der Film ist wie ein Fieber, das einen erwischt und das alle Sinne und Körperteile erfasst. Die Temperatur steigt noch durch Henry Mancinis Jazzsoundtrack, der so verwirrend, schräg und toll ist wie der ganze Film.
Was denn nun? Fieber oder Bombe? Ich weiß es nicht. Beides! Ich bin jedenfalls sehr begeistert, was für einen modernen Film ich gesehen habe, der mir so viel Neues gezeigt hat. Ich kann nur wieder betonen, wie falsch es ist, alte schwarz/weiß Filme als altmodisch und antiquiert abzutun. Gönnt eurem Leben einen „Touch of Classic Movies“. Ihr werdet es nicht bereuen.
he-was-some-kind-of-a-man

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3 Kommentare zu „Touch of Evil (USA, 1958) Regie: Orson Welles

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