Bad Day at Black Rock (USA, 1955) Regie: John Sturges

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Vorher:
Nach meinem Ausflug nach Asien komme ich wieder in den USA an. Ich steige mit Spencer Tracey in einer fremden Stadt aus dem Zug und begebe mich in die „Stadt in Angst“. Wir werden hoffentlich nicht nur einen „Bad Day at Black Rock“ haben, sondern ich werde hoffentlich einen fesselnden Thriller sehen. Ich lasse mich überraschen.

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Mittendrin:
Nach 38 Minuten:
Wie eine Schnur saust der Zug durch die Wüste und spuckt mich und Spencer in dieser bösen Geisterstadt aus, in diesem landschaftlichen Cinemascope Traum. MacCreedy ist dem düsteren Geheimnis dieser Stadt auf der Spur und ihm schlägt nur Hass und Spott entgegen. Wie lange hält es der standhafte Kriegsveteran noch aus, bevor er die Flucht antritt, aus Angst um sein Leben?

TracyRyan
Hinterher:
24 Stunden mit Spencer Tracey in 80 Minuten. Das war ein intensives Vergnügen, ist Tracey doch einfach eine coole Sau.
Als Kriegsveteran mit steifem Arm entsteigt er in “Bad day at Black Rock“ einem Zug in einem kleinen Wüstenstädtchen voller hellblauen Hemden und hellblauem Himmel. Nach und nach entspinnt sich dem Zuschauer, warum er dort ist und warum der ganze Ort ihm mit grimmigem Hass und Spott begegnet.
Mit stoischer Ruhe geht Tracey alias MacGreedy seinen Ermittlungen nach und die Bewohner machen ihm mit ebenso stoischer Ruhe seinen Aufenthalt zur Qual.
So weit und strahlend die Landschaft auch ist, in der der Film spielt, so klaustrophobisch und beengt habe ich mich gefühlt. Ich habe die Klemme in der MacCreedy bald steckt, wie am eigenen Körper gespürt.

Ein Western als Thriller. Ein Thriller als Western. Die Weite des Westens, das Motiv des Einzelgängers, der in eine fremde Stadt kommt, die ruhige Spannung und der Showdown am Ende- das alles hat mich schon sehr an einen Western erinnert.
Spencer Tracey gibt eine großartige Vorstellung als Lonesome Cowboy bzw als unbequemer Fremder. Sein schwarzer Anzug als Kontrast zum dominierenden Hellblau der Szenerie, hat sich mir regelrecht in die Linse gebrannt.

„Bad day in Black Rock“ ist ein optischer Augenschmaus, eine schauspielerische Wonne vom meisterhaften Spencer Tracey und ein kompakter und geradliniger Thriller. Und das Ganze in gewaltigem Cinemascope.
Ich bin im amerikanischen Film der 50er angekommen. Ich steige nun wieder in den Zug, fahre weiter Richtung Westen, blicke durch mein Fernglas in die Weite und halte nach einem schwarzen Falken Ausschau.
jj-macready

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