Shichinin no Samurai (Japan, 1954) Regie: Akira Kurosawa

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Vorher:
Es ist soweit. Ich verneige mich vor dem Film aller Filme. Dem Mammut- Kurosawa, der auf allen Bestenlisten auftaucht. Anni und die 7 Samurai!
207 Minuten werde ich das Abenteuer reinspringen. Ihr merkt, ich erwarte einiges. Ich weiß allerdings gar nicht so richtig was jetzt kommt. Wird es wie ein westlicher Aktion- Abenteuer- Western sein? Wer sind die 7 Samurai überhaupt und was machen sie? Ich habe ja noch nicht mal die Western Neuverfilmung mit Yul Brynner und Horst Buchholz gesehen.

Wie so oft reise ich also ins Ungewisse. Mit 7 Samurai als Schutzgeleit komme ich da sicherlich heil wieder heraus.

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Mittendrin:
Nach 106 Minuten:
Da ich die japanische 207 Minuten Fassung sehe, gibt es eine Intermission. Das gibt mir die Chance hier kurz „Hallo“ zu sagen. Der Film ist gerade auf seinem Höhepunkt. Und er hält bisher durchaus, was er verspricht. Dramatik, exzentrische Charaktere, eine spannende Handlung, Humor, Fremdartigkeit, gute Unterhaltung und grandiose Darsteller. Und der actiongeladene Teil der Geschichte folgt ja nun erst.
Huch: Ich muss wieder los, Kambei ruft zur Lagebesprechung auf den Dorfplatz. Auf sie mit Gebrüll!

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Hinterher:
Jetzt habe ich es geschafft. Wobei „geschafft“ etwas negativ klingt. Ich sage mal so: Ich hatte wunderbare 207 Filmminuten in denen alles drin war, was Kino so aufregend macht. Ein simple, geradlinige und fesselnde Geschichte, aufregende Bilder, den Kopf verdrehende Actionszenen, eine Liebesgeschichte und tolle und gebrochene Charaktere.

„Shichini no Samurai“ war in erster Linie großes Unterhaltungskino, hat einfach Spaß gemacht und das Herz hin und her hüpfen lassen. Was gab es für wilde Emotionsausbrüche. Das hat mich ja sehr begeistert und teilweise auch (angenehm) befremdet. Das kennt man ja vom amerikanischen Western ganz anders. Es war halt doch ein asiatischer Film, der mich, wie schon „Tokyo Story“, in eine fremde Kultur und eine andere Zeit entführt hat.
Der Inhalt ist in einem Satz erzählt: ein kleines Dorf im japanischen Bürgerkrieg des 16. Jahrhunderts hat Angst vor erneuten Plünderungen und trommelt 7 Samurai zusammen, um sich bei einem Angriff verteidigen zu können. Der Film beschreibt nun die Suche nach den Samurai, die Ankunft im Dorf und natürlich letztendlich den Kampf gegen die 40 Räuber.

Ich merke, dass ich meine Gefühle und Eindrücke zu diesem Film nur schwer in einen zusammenhängenden Text pressen kann. Deshalb greife ich einfach mal die Zahl 7 aus dem Titel auf, und gebe euch 7 spontane und aus dem Bauch heraus kommende Gründe, warum ihr diesen tollen Film unbedingt sehen solltet.

1. Kurosawas Nahaufnahmen
2. die Szene in der der junge Kastushiro zu dem von ihm bewunderten, schweigsamen Samurai Kyuzo geht, nachdem dieser sich nach dem Kampf ausruhen will, und ihm einfach so sagt: „You are really great! I’ve always wanted to tell you that.“
3. der Humor, der die angespannte Stimmung zwischen den Samurai und den Dorfbewohnern immer wieder auflockert. Mann, was wird viel gelacht in dem Film. Das hat mich sehr überrascht und froh gemacht.
4. die simple und wunderschöne Kulisse des einfachen Dorfes im Tal und die schöne Landschaft
5. die das letzte Drittel des Films bestimmenden Kampfszenen, die auf der einen Seite total chaotisch wirken, aber eigentlich wunderbar choreografiert sind und für die Zeit wahnsinnig aufwändig gewesen sein müssen.
6. die Gruppendynamik. Ich mag Ensemblefilme und finde es toll, wie hier eine Gruppe für eine große Sache zusammenwächst.
7. Mifune, Mifune, Mifune! Toshiro Mifune, Kurosawas Stammschauspieler, spielt das „schwarze Schaf“ unter den Samurai, den total verrückten Kikuchiyo. Er ist für mich die Sensation des Films. Er schleicht sich mit falschen Papieren bei den Samurai ein und zeigt in jeder Szene ein neues, verrücktes Gesicht. Was für eine tolle Figur. Er tobt, lacht, weint, kämpft, springt herum wie ein Berserker und ist am Ende natürlich der wichtigste Held der Gruppe. Und das fast den ganzen Film über mit nacktem Hintern.

Ich könnte euch noch viele weiter großartige Sachen nennen, um Werbung für diesen Film zu machen. Aber die entdeckt ihr mal schön selber. Ich lege euch auch ans Herz, euch an die japanische 207 Minuten Version im Origninalton heranzutrauen. Es wird wirklich nicht langweilig und die japanische Sprache ist so ein wichtiger Bestandteil für die Stimmung des Films. Also: Seht alle diesen Film, trotzt dem Regen, dem Hunger und den 40 Räubern. Sonst springt euch Mifune mit dem nackten Arsch ins Gesicht.
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