Umberto D (Italien, 1952) Regie: Vittorio De Sica

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Vorher:
Ein Mann und sein Hund. Im Nachkriegs Italien. Mehr weiß ich gar nicht über den kommenden Film. Nur, dass ein Twitter Freund zu Tränen gerührt war und ihn mir schwer ans Herz gelegt hat.
Außerdem hat mich „Ladri di Biciclette“ vom Regisseur Vittorio de Sica in seiner Einfachheit sehr mitgerissen. So lasse ich nun „High Noon“ mit seiner Spannung im Schrank und leiste einem einsamen, alten Herren Gesellschaft. Muss auch mal sein im Leben.
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Mittendrin:
Och, das ist aber wirklich ein rührender Film. Ganz unaufgeregt, handfest und natürlich melancholisch. Der Hund Flike ist ein wunderbarer Lebenssonnenschein und Umberto ist zum Glück nicht ganz so alleine wie ich befürchtet hatte. Dennoch glaube ich, dass die zweite Hälfte noch mal etwas trauriger wird. Ich wühle schon mal nach einem Taschentuch.
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Hinterher:
Umberto Domenico Ferrari! Das klingt nach einem fröhlichen Lebemann,der in Saus und Braus lebt. Aber De Siccas Held hat die sausenden Jahre lange hinter sich und lebt als Rentner im Nachkriegs Rom. Der Regisseur entführt mich in die Alltagsstraßen der wunderschönen Stadt und ich begleite Umberto und seinen Hund Flike einige Tage.
Der stolze Rentner ist am Rande der Gesellschaft angekommen, das Geld reicht hinten und vorne nicht und seine arrogante Hauswirtin will ihn aus ihrem Etablissement nur raushaben. Er ist quasi unsichtbar und unerwünscht. In kleinen alltäglichen Erniedrigungen gerät Umbertos Leben immer mehr aus den Fugen. Er muss geliebte Gegenstände verkaufen, lässt sich ins Krankenhaus einweisen, um einige Tage zu essen zu haben und erwägt es sogar betteln zu gehen.
Aber dennoch wirkt Umberto nie mitleiderregend. Sein Lebensmotto ist es, trotz der ausweglosen Situation, seine Würde und Höflichkeit zu bewahren. Das hat für mich den Film besonders rührend und emotional gemacht. Dass dieser kleine und arme Mann doch so groß und stolz ist.
Besonders schön ist die Beziehung Umbertos zu seinem Gefährten Flike, einem kleinen Beagle, der herzzerreißend niedlich ist und den fröhlichen Lichtblick des Films darstellt. Neben dem jungen Hausmädchen seiner Vermieterin, einer aber ebenso verzweifelten Person, für die er eine ein klein wenig väterliche Rolle einnimmt, ist Flike sein Lebensmittelpunkt.
Mich hat diese Hund und Herrchen Beziehung doch sehr berührt. So sehr, dass ich es schier unerträglich fand, als Flike mitten im Film plötzlich verschwunden ist.

„Umberto D“ ist ein trauriger Film. Aber ich fand ihn nicht niederschmetternd, sondern eher melancholisch, herzzerreißend und rührend. Die schönen Alltagsbilder der weiten Straßen Roms, die echten Gesichter und Probleme und ein kleiner Hund, der Männchen macht und mit dem Schwanz wedelt.
Ist euch aufgefallen, dass ich sehr oft das Wort „klein“ benutzt habe? Das machte „Umberto D“ für mich aus. Dass im Leben der kleinen Leute kleine alltägliche Tragödien und Dinge passieren, die mich sehr berührt haben. Großes Kino im Kleinen. Ich möchte euch sehr empfehlen Umberto D zu sehen. Die Liebe zwischen Umberto und Flike muss man einfach erleben und das Herz ein wenig mit Wärme auftanken.
e8IWS

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