All about Eve (USA, 1950) Regie: Joseph L. Mankiewicz

anne baxter, bette davis, marilyn monroe & george sanders - all about eve 1950

Vorher:
Das Theatermilieu hat mich wieder und ich mache den Schritt in die 50er. Nach dem für mich eher missglückten „Les Enfants du Paradis“, mit dem ich dann doch nicht die Pariser Theaterwelt erobert habe, bin ich nun in den USA gelandet und schleiche mich hinter die Kulissen, um zu sehen wie Anne Baxter und Bette Davis um die Krone der Theaterwelt kämpfen. Und um den größten Star unserer Zeit in einer frühen Rolle zu sehen: Marilyn Monroe. Ich mache mich auf einen geschmackvollen Zickenkrieg gefasst. Vorhang auf für Eva.

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Mittendrin:
Der erste Akt ist vorbei und ich bin mache jetzt schon Standing Ovations. Ein toller, dramatischer Film mit wunderbaren Dialogen und ausdrucksstarken Frauen. Noch ist Eve ein schüchternes stilles Wasser, das an den Lippen dieser großen, ein wenig ins Alter gekommenen Schauspielerin hängt. Aber da ist was in ihrem Blick, das mich ahnen lässt, dass sie in der zweiten Hälfte des Films grandios und böse aus ihrer Stillen Ecke kommen wird. Ich nehme Platz für den zweiten Akt.

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Hinterher:
All about Eve. Alle about Margo. All about the Showbusiness. Ich habe wirklich einen hochkarätigen Film gesehen. Es hat für mich alles gepasst. Gute, schlagfertige und dramatische Dialoge. Eine spannende, unterhaltsame und gemeine Geschichte. Ein wunderbares Schauspieler Ensemble. Vor allem Bette Davis als Bühnendiva, in deren Leben sich das vermeintliche Mauerblümchen Anne Baxter alias Eve einschleicht, war eine Sensation für. Dass ich bisher nur ca. 3 Filme von ihr gesehen habe, muss ich schleunigst ändern.
Wie schon die zwei vorangegangenen Filme, wird „All about Eve“ in Rückblenden mit Stimmen aus dem Off erzählt. Ausgehend von einer Theaterpreisverleihung wird der Lebensweg des großen Stars Eve Harrington erzählt, die als verhuschtes Mäuschen und Fan bei der umjubelten Schauspielerin Margo Channing an die Backstagetür klopft und sich langsam und zunächst unsichtbar an deren Karriere zu schaffen macht.
In meinem „Vorher“ hatte ich mich auf einen Zickenkrieg eingestellt. Aber der Film ist viel mehr. Es geht nicht nur um zwei  Egomaninen, die sich um den Platz auf der Bühne streiten. Ich fand den Film vielschichtiger und toller als erwartet. Es geht um Manipulation, Älterwerden, die Kritik am Theaterzirkus, Freundschaft und Macht . Lug und Trug und Schein und Sein. Und am Ende wartet noch mal ein fieser Clou, der zeigt wie vergänglich Ruhm ist. Herrlich.  Ein Film über Theater, der viel Theater macht! Anschauen!
PS: Marilyn Monroe war nicht wirklich sensationell. Ganz hübsch und mehr nicht.

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