Kind Hearts and Coronets (England, 1949) Regie: Robert Hamer

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Vorher:
Warum denke ich ausgerechnet beim heutigen Film, einer britischen Komödie von 1949, an meine Kindheit? Es liegt doch auf der Hand. Palim Palim. Didi Hallervorden. Als ich den catchy Inhalt von „Kind hearts and coronets“ durchlas, kam mir jedenfalls sofort ein Film in den Sinn, den ich als Kind super fand (wie alles von Didi): „Didi und die Rache der Enterbten“.
Das ist ganz klar eine Hommage an diesen Klassiker des britischen Humors, der einen mörderischen Erben zum Thema hat, der nach und nach alle Verwandten umbringt. Und der Clou ist: die werden alle von Alec Guinness gespielt. Der achtfache Obi- Wan und Didi Hallervorden im Kopf- das ist doch eine grandiose Aussicht auf einen herrlich makabren Nostalgietrip.

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Mittendrin:

Nach 47 Minuten: Didi Hallervorden hat sich dann doch recht schnell aus meinen Gedanken verabschiedet. Deutscher 80er Jahr Klamauk hat in diesem durch und durch britischen Vergnügen einfach nichts zu suchen. Der Film ist wie erwartet herrlich trocken, elegant und böse. Es sind aber „erst“ zwei Leute aus dem Weg geräumt. Ich freu mich also auf eine zwei Hälfte mit einem höheren Bodycount.

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Hinterher:
*Lach* Ein grandioser Schlussgag! Da hat der Film in der zweiten Hälfte aber doch noch so einige Überraschungen geboten.
„Kind Hearts and Coronets“ war wirklich ein feines Vergnügen. Mit dem charmant, bösen „Helden“ Louis Mazzini D’Ascoyne sass ich in der Todeszelle und habe von ihm nonchalant seine Geschichte vorgelesen bekommen. Wie seine Mutter und er um ihren Adelstitel betrogen werden und er sich auf grausame Weise sein Recht zusammenmordet. Grausam für den achtfachen Alec Guinness und wunderbar vergnüglich für mich als Fan des britischen Humors.
Der Film ist nicht extrem brutal oder hat ein rasantes Gagtempo. Er ist sogar ziemlich betulich. Die abgedrehten Hüte der Frauen, die ländliche Adelsidylle, die eher altmodischen Morde- ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, das Miss Marple mit ihrem Strickkörbchen um die Ecke kommt. Hinter der Ecke lauerte aber die Unmoral und das Böse. Jeder hat irgendwie Dreck am Stecken und niemandem ist zu trauen.
Ich bin froh, dass ich meiner Vorliebe für das Britische getraut habe und diesen Film ausgesucht habe, sonst wäre mir diese schwarze Komödienpraline entgangen. Das Alec Guinness in den diversen Rollen sowie super war muss ich nicht erwähnen, oder?

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