Frances Ha (USA, 2012) Regie: Noah Baumbach

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Vorher:
Eine blonde, nett aussehende Frau guckt um eine Straßenecke und blickt uns direkt ins Gesicht. Frances Ha heißt sie, lebt in New York und ich begegne ihr heute in schmuckem schwarz weiß. Nachdem ich „Der Tintenfisch und der Wal“ vom Regisseur Noah Baumbach sehr mag, freue ich mich drauf. Das Internet sagt mir: „Manhattan trifft auf Oh Boy“- auch dagegen hätte ich nicht einzuwenden. Also, auf ins Kino. Anni Ste trifft Francis Ha.

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Mittendrin:
Ich sitze doch im Kino. Das kann ich nichts aufschreiben. Möchte ich auch nicht, so toll ist es.

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Hinterher:
Eine blonde, nett aussehende Frau guckt um eine Straßenecke und blickt MIR direkt ins Gesicht und sagt: „Annika, das ist für dich“. Dann tanzt sie zu meinem Lieblingslied von David Bowie los und mein Herz öffnet sich.
Solche Momente hat man selten im Leben. Das man sich so geborgen fühlt und es doch aufregend, irritierend und neu ist. So ein Film ist „Frances Ha“. Anfangs dachte ich: „Ach herrje, so eine New Yorker Hipster Geschichte, die gewollt leicht und dennoch Klischeebeladen ist.“ Aber Frances Ha ist viel mehr.
In einem Affenzahn begleiten wir die Hauptfigur durch ihr Leben. WG mit der besten Freundin, Trennung von der sowieso langweiligen Beziehung, der Versuch als Tänzerin Fuß zu fassen. Das Ganze wird nicht als abgeschlossene Geschichte mit Sinnsuche und Erwachsenwerden als Schlusskonklusion erzählt, sondern einfach als Episoden im Leben der leicht verpeilten und von Greta Gerwig umwerfend gespielten Frances.
Wie im richtigen Leben habe ich mich in einigen Szenen wiedererkannt und gedacht: „Ach herrje, so etwas passiert mir auch ständig“ und einige Male mit dem Kopf geschüttelt: „Was soll das denn jetzt? Was macht sie denn nun?“- wie bei der eigenen besten Freundin eben.
„Frances Ha“ ist ein Film wie eine Achterbahnfahrt, bei der ich mich als Zuschauer nie mainstreammäßig bedient gefühlt habe. Ich hatte wirklich das Gefühl,das ich 90 Minuten lang ein tatsächliches Leben mitlebe.
Wer jetzt denkt:  „Das ist mir zu langweilig, was soll ich in ein doofes Alltagsleben reingucken?“, ist selbst schuld. Ihm entgeht eine umwerfende Komödie mit wunderbaren Darstellern, tollen schwarz- weißen New York Bildern (Huhu, Woody) und ein Tanz durch die Straßen zu einem der besten David Bowie Lieder. Reingehen, mit Frances ein Kämpfchen machen und ihr könnt glücklich so langsam dem Sommer „Adieu“ sagen.

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