The Life and Death of Colonel Blimp (England, 1943) Regie: Michael Powell

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Vorher:
Nach einigen Jahren in den USA reise ich endlich wieder nach Europa. Es wird bunt in England. Ich bin durch „The Red Shoes“ für die Filme des Regie/ Produzenten Duos Michael Powell und Emeric Pressburger begeistert worden und bin nun ganz aufgeregt, den zweiten Film von ihnen zu sehen. Der Ballettfilm „The Red Shoes“ hat mich mit wunderbaren Farben, überbordender Dramatik und tollem Kitsch begeistert. Wie passt das nun zu einer Biografie eines Kriegshelden zu Beginn des Jahrhunderts? Ich erwarte einen knallbunten Kriegsfilm mit britischem Humor und Dramatik. Und ich habe gelesen, dass Deborah Kerr in drei Rollen auftaucht. Ich sehe das rote Haar schon leuchten! Wunderbar. Rule Britannia!

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Mittendrin:
„War starts at midnight.“

„40 years ago…“

„Theo Kretschmar- Schuldorff. Nobody could invent a name like that.“

“I came to Berlin to find a rat, and I found two of the grandest people I’ve ever met.”

“Very much.”

“Clean fighting, honest soldiering have won.”

“I’m marrying you for 50 different reasons, and they all mean that’s how I imagined my future husband.” “Same here. That’s how I imagined my future wife.”

“Well, in Germany the gangsters finally succeeded in putting the honest citizens in jail.”

“Do you remember, Clive, we used to say: „Our army is fighting for our homes, our women, and our children“? Now the women are fighting beside the men. The children are trained to shoot. What’s left is the „home.“ But what is the „home“ without women and children?”

“Well, er- I never thought it possible that an Englishman could be so romantic.”

“What is your first name, Miss Cannon?” “Angela.” “What a lovely name. It comes from Angel, doesn’t it?” “I think it stinks. My friends call me Johnny.”

“We’re going to teach him Total War.”

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Hinterher:
Jipieeeh! Während des Guckens ist mir aufgefallen, dass das mein erster Farbfilm war. Und dann gleich so ein wunderbarer Film. Ich bin rot vor Glück, blau vor Rührung, habe mich grün gelacht und bin in gelbe Gedanken versunken.
„The life and death of Colonel Blimp“ war nicht das knallbunte Gagfeuerwerk mit Tempo, das ich erwartet hatte, sondern viel besser. Alles war viel Intensiver, Schöner und Intelligenter. Ein Feuerwerk mit Tiefgang, das sich 2 ½ Stunden Zeit gelassen hat, das Leben, die Lieben und die militärische Karriere des Clive Candy zu erzählen. (Warum es im Titel Colonel Blimp heißt? Ich habe nicht den blassesten Schimmer.)
Der Film spannt den Bogen über 40 Jahre britische Kriegsgeschichte, vom Burenkrieg bis zum 2. Weltkrieg. Aber es geht nicht um geschichtliche Fakten, Zahlen oder Kriegsführung, sondern um Freundschaft, Liebe und um den Wandel der Gesellschaft, dem sich der gealterte Candy am Ende des Films stellen muss. Eine große Rolle spielt im Film seine Freundschaft zu dem deutschen Offizier Theo Kretschmar- Schuldorff. Eine Freundschaft  jenseits von Nationalität – und das zu Kriegszeiten. Pazifismus, Freundschaft und Menschlichkeit.  Das hatte mir in „La Grande Illusion“ von 1937 schon so gut gefallen. Wer hätte gedacht, dass ich das Genre des Antikriegsfilms mitten in der NS Zeit kennenlerne.

Visuell ist „Colonel Blimp“ auch eine große Freude.  Mein erster Farbfilm:  und gleich so eine Augenweide. Die Farben sind brilliant, aber nicht aufgesetzt. Die Kameraarbeit ist toll und aufregend.
Ein charmanter Kniff ist auch, dass die drei wichtigen Frauen im Leben von Clive Candy alle von Deborah Kerr gespielt werden. Wie ein rot(haarig)er Faden zieht sie sich durch den Film und während er immer älter wird, bleibt sie jung. Toll!
Ich kann euch „Colonel Blimp“ also von ganz buntem Herzen empfehlen. Eine Perle des britischen Kinos voller Warmherzigkeit, toller Schauspieler, intelligentem Humor. Ein Epos, das gar nicht wie ein Epos daher kommt, sondern einfach die Geschichte eines Mannes ist, der einen in sein freundliches und romantisches Soldatenherz blicken lässt.

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