Sullivan’s Travels (USA, 1941) Regie: Preston Sturges

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Vorher:
Heute schaue ich mir eine kleine Geheimtippperle an, die mir ein Freund ans Herz gelegt hat. In „Sullivans Travels“ geht es ums Filmemachen und um eine Reise. Ein reicher Filmemacher begibt sich in das Herz Amerikas, um für einen Film dem „echten, armen“ Leben nachzuspüren. Klar, dass es dabei Irrungen und Wirrungen gibt. Schließlich ist „Sullivans Travels“ eine Komödie. Oder doch eher ein Drama? Ich weiß gar nicht, welche Stimmung mich erwartet. Gut so. So bleibt meine Reise spannend.

Sullivan's Travels 1
Mittendrin:
Prologue:„To the memory of those who made us laugh: the motley mountebanks, the clowns, the buffoons, in all times and in all nations, whose efforts have lightened our burden a little, this picture is affectionately dedicated.“

“I want this picture to be a commentary on modern conditions. Stark realism. The problems that confront the average man!”

“I don’t know where I’m going, but I’m not coming back, till I know what trouble is.”

“Now let’s just sit here and feel like a couple of tramps.”

“But nothing is going to stop me. I’m going to find out how it feels to be in trouble. Without friends, without credit, without checkbook, without name. Alone.”

“I gotta get out of here.“

„There’s a lot to be said for making people laugh! Did you know that’s all some people have? It isn’t much, but it’s better than nothing in this cockeyed caravan!“

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Hinterher:
War das ein schöner Film! Schon das Vorwort zeigt: „Sullivans Travels“ ist eine Hommage an das Lachen und an die Lebensfreude. Preston Sturges realisiert das aber keineswegs nur als abgedrehte Screwballkomödie, sondern als einen wunderbaren Genremix. Er mischt Slapstickhumor mit einer bissigen Satire auf das Hollywoodbusiness und baut auch noch eine stimmige und warmherzige Liebesgeschichte mit ein. Ach und am Ende wird es auch noch richtig dramatisch.

Der berühmte Filmemacher John Sullivan hat genug von seiner Fließbandhollywoodarbeit, die der reinen Unterhaltung dient. Sein nächstes Projekt soll ein Film namens „O brother were art thou“ (Gruß an die Coen Brüder) über die sozialen Misstände des Landes sein. Da er selbst aber viel zu behütet aufgewachsen ist, um dieses Thema nachzuempfinden können, schmeißt er sich kurzerhand in einen abgerissenen Anzug, setzt sich einen löchrigen Hut auf und los soll es mit 10 Cent in der Tasche gehen, um auch mal ordentlich in Schwierigkeiten zu geraten.
Sein Umfeld ist entsetzt über diesen naiven Plan und man ahnt es: Sullivans Reise läuft gar nicht so wie erwartet. Liebestolle Witwen, rasende Rennfahrer, die Studiobosse auf den Fersen, die Begegnung mit der absolut betörenden und dennoch charmant lebensechten Veronica Lake, die ihm den Kopf verdreht und ein gefährliches Missverständnis- das alles macht die Reise vor allem für den Zuschauer zu einer Zickzackfahrt.
Sullivan bewahrt sich die ganze Zeit über seine lebensbejahende Art, was vielleicht etwas naiv und lächerlich erscheinen mag, in letzter Konsequenz aber eine wunderbare Botschaft bereithält: wie wertvoll das Kino und das Lachen für unser Leben sind. Mir jedenfalls macht beides das Leben so viel schöner.
Und Preston, Sullivan und ich möchten euch motivieren, vielleicht mal nicht den tristen Tatort zu gucken sonntags oder die 236. Wiederholung von „Two and a big bang mother“, sondern einen alten Film einzulegen oder ins Kino zu gehen. Es lohnt sich!

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