The Grapes of Wrath (USA, 1940) Regie: John Ford

Annex - Fonda, Henry (Grapes of Wrath, The)_09
Vorher:
Huch, ich schaue zwei John Ford Filme hintereinander! Das ist jetzt purer Zufall. Aber er ist eben einer DER großen amerikanischen Filmemacher. Nach dem aufregenden Western kommt heute eine aufregende und sicherlich erschütternde Literaturverfilmung. „Grapes of Wrath“ ist eine John Steinbeck Verfilmung und zum Buch sagt mein Freund, der John Steinbeck Fan ist: „Das ist das deprimierendste Buch, das ich je gelesen habe“. Puh. Jetzt ist mir schon etwas mulmig zumute, ich atme tief durch und mache mich auf, um Henry Fonda alias Tom Joad zu begegnen und sein Leben zur Weltwirtschaftskrise mitzuerleben.

Annex - Fonda, Henry (Grapes of Wrath, The)_03
Mittendrin:
“Maybe there ain’t no sin, there ain’t no virtue. It’s just what people does.”

“There ain’t nobody gonna push me of my land! My grandpa took up this land 70 years ago, my pa was born here, we were all born on it.”

“You can’t keep a Joad in jail.”

“It’s my dirt! Eh-heh! No good, but it’s – it’s mine, all mine.”

“Right here, folks. The land of milk and honey- California.”

“Thank God. We’re still together. Most of us.”

“We don’t want more Okies in this town.”

“I’ll be all around in the dark – I’ll be everywhere. Wherever you can look – wherever there’s a fight, so hungry people can eat, I’ll be there. Wherever there’s a cop beatin‘ up a guy, I’ll be there.”

“We’re go on forever, Pa. ‘Cause we’re the people.”

grapes-211
Hinterher:
Der Film ist zu Ende und mich umweht „The ghost of Tom Joad“. Wieder habe ich eine Reise durch Amerika gemacht und jetzt war es viel beschwerlicher und trauriger als in der Postkutsche. „The Grapes of Wrath“ entführt mich in die tiefste Wirtschaftskrise, deren Auswirkungen mir John Ford anhand der Familie Joad zeigt. Spielort ist Oklahoma. Der Sohn des Hauses Tom kommt nach vier Jahren Gefängnis auf die Familienfarm zurück und findet alles verlassen vor. Die Großgrundbesitzer haben alle langjährigen Pächter vor die Tür gesetzt und die einzige Alternative scheint eine Umsiedlung nach Kalifornien. Ein simples Flugblatt verspricht Arbeit. So packt die 12- köpfige Familie einen wackeligen Laster voll und los geht die Reise. Das hört sich abenteuerlich romantisch an, ist es aber nicht. Denn natürlich ist Kalifornien nicht das Land, wo Milch und Honig fließen und es Arbeit zu Genüge gibt. In einer ziemlichen Tour de Force leidet der Zuschauer mit der rechtschaffenen Familie, die von allen Seiten Anfeindungen und Hass ertragen muss. Der Familienzusammenhalt bröckelt. Das hört sich alles furchtbar deprimierend und hoffnungslos an? Liebe Leute, wir sind in Hollywood. John Ford inszeniert die Familie Joad natürlich als Prototyp für Rechtschaffenheit, Kampfgeist und Zusammenhalt und schafft die Gratwanderung zwischen Sozialdrama und warmherzigem Familienfilm. Vor allem Henry Fonda als Tom Joad und Jane Darwell als Ma Joad bilden ein tolles Duo als Hauptfiguren des Films. Sie sind die kleinen, großen Helden, die sich nicht unterkriegen lassen und mir den Mut gegeben haben, dass am Ende doch alles wieder gut werden wird, auch wenn das Ende des Films offen ist. Ich freue mich, dass ich zwei Filme des großen John Ford kennenlernen durfte und stelle fest, dass mein nächster Film wieder mit einer Reise zu tun hat. Das sagt mir sogar der Titel. Herrje, ich komme ja gar nicht dazu meine Koffer auszupacken. Reise Reise, Sullivans Reise!

01_Grapes of Wrath, The-Stoney Point

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