Stagecoach (USA, 1939) Regie: John Ford

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Vorher:
Jetzt kommt der Moment, wo ich mir ein ungeliebtes Genre ansehen muss: den Western. Ich habe „Once upon a time in the west“ gesehen und auch „My name is nobody“ oder neulich „True Grit“- die haben mir alle gut gefallen. Aber dennoch ist bei Western meine erste Assoziation: Männer, Gewalt, Stereotype, Hitze, eine fremde Welt, die mich einfach nicht interessiert.
So geht das natürlich nicht weiter. Da muss doch mehr drinstecken im Western. Eine Welt, die auch mich begeistern kann, die als Kind nicht die Karl May Bücher verschlungen hat. Heute sollen mir zwei ganz Große helfen, meine Anti- Westeritis zu bekämpfen: John Wayne und John Ford. In „Stagecoach“ gehe ich auf eine Postkutschenfahrt. Was mich da erwartet außer dem Blick auf die Steppe? Ich bin gespannt.

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Mittendrin:
“Geronimo.”

“So you’re the notorious Ringo Kid.” “ My friends just call me Ringo – nickname I had as a kid. Right name’s Henry.”

“Well, I guess you can’t break out of prison and into society in the same week.”

“What this country needs is a business man for president.”

“My father and brother was shot down  by the Plummers. I guess you don’t  know how it feels to lose your own  folks like that.”

“I know all I want to know. You’re…  the kind of girl a man wants to marry.”

“There’s some things a man just can’t  run away from.”

“…it’s most unlikely that we’ll ever have the pleasure of meeting  again socially, I’d like to propose a toast.”

“Well, that’s saved them the blessings  of civilization.”

“I’ll buy you a drink.” “ Just one.”

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Hinterher:
Ich habe mir den Staub von den Stiefeln geklopft und bin froh, dass diese Postkutschenfahrt vorüber ist. Nicht weil der Film so schlecht war, sondern weil es so aufregend war.  „Stagecoach“ war genauso,  wie ich ihn erwartet hatte, aber auch viel mehr. Ich kann mit Freude feststellen, dass hinter Western doch mehr stecken kann, als von mir befürchtet: „Hurra!“
John Ford inszeniert  inmitten der Westernkulisse ein Kammerspiel und ein soziales Drama. 9 Menschen unterschiedlichster Art besteigen eine Postkutsche, die sie über einen gefährlichen Indianerpfad ans Ziel bringen soll. Manche reisen freiwillig, manche nicht. Neben der von außen drohenden Gefahr entladen sich zwischen den Mitreisenden, die unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten angehören, auch einige Konflikte.
John Wayne ist der flüchtige Ringo Kid, der in der Kutsche in Gewahrsam ist und als einziger der Prostituierten Dallas mit unbefangener Sympathie entgegentritt. Ich fand es toll, wie John Ford die vermeintlich „schlechten“ Menschen, den Säufer, die Prostituierte und den Verbrecher, als herzensgute Charaktere darstellt und uns lehrt: Niemand ist so, wie er auf den ersten Blick scheint. Das ist weit entfernt von den Westernstereotypen, die erwartet hatte.
Neben dieser sozialkritischen Ebene ist „Stagecoach“ aber natürlich auch ein toll inszenierter, spannender Actionfilm. Es gilt schließlich die Kutschfahrt zu überstehen in der unendlichen Weite, wo die bösen Indianer lauern. Klar, dass das ein Wehmutstropfen war: das Indianerfeindbild. Aber das Fass will ich hier nicht aufmachen.
John Ford hat mich in eine fremde Welt entführt, in der ich Spannung, Moral, große Gefühle, Pathos, grandiose Landschaftsaufnahmen und wahnsinnig schnell rasende Pferde erlebt habe. Mit Freude sehe ich nun den ca. 6 weiteren Western entgegen, die mich auf meiner Postkutschenfilmreise durchs Jahrhundert erwarten. Yieha!

Stagecoach

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