Bluebeard‘s Eighth Wife (USA, 1938) Regie: Ernst Lubitsch

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Vorher:
Lubitsch, die Zweite! Nachdem „Die Puppe“ (1919) so bei mir eingeschlagen hat, gibt es heute eine seiner US- Screwball Komödien. Dieses Genre mag ich ja sehr, schließlich gehören „Bringing up Baby“ und Peter Bogdanovics „What‘s up, Doc?“ zu meinen Lieblingsfilmen. Es gibt starke Frauen zu bewundern und rasante und intelligente Dialoge. Wie der tolle Ernst Lubitsch hier seinen Touch unterbringt und Gary Cooper und Claudette Colbert aufeinander loslässt? Ich bin gespannt. Dem Titel zufolge wird es ja märchenhaft….

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Mittendrin:
„Your daughter? Is she married? Engaged? In love with anyone?” “No.” “I’ll buy the bathtub.”

“How about marrying me?”

“I wish someone would tell you what I really think of you.”

“Seven marriages and seven divorces.” “Only six, one died.”

“We fought all over Europe.”

“I love you, Michael, but it’s good for you.”

“I feel fine, I feel fine, I feel very fine.”

“I hate you.” “No, no, no. You love me.“

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Hinterher:
Die Liebe ist ein seltsames Spiel. Und ein spaßiges dazu. Der Film beginnt an der französischen Rivera. Dort geht es direkt in rasantem Tempo und  mit skurrilen Begebenheiten zur Sache. Der Sinn von Pyjamahosen, Einschlafen mit der Tschechoslowakei , der Verkauf einer Badewanne von Louis XIV und die Begegnung des exzentrischen und steinreichen Geschäftsmannes Michael Brandon mit der charmanten und wortgewandten Nicole de Loiselle.
Bei den beiden funkt es gewaltig und schnell ist die Verlobung beschlossen. Als Nicole jedoch kurz vor der Vermählung von Michaels Frauenvergangenheit erfährt (der Filmtitel ist ein klitzekleiner Hinweis darauf), muss sie sich etwas einfallen lassen, um diesen Schwerenöter zu zähmen. Klar, dass das in einem höchst abgedrehten und amüsanten Ehekampf ganz zum Vergnügen des Zuschauers ausgetragen wird.
Auch wenn der Film in der zweiten Hälfte nicht mehr eine so hohe Spaßdichte für mich hatte, wie die geniale erste halbe Stunde, habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt. Der Film hat alle herrlichen Screwball Zutaten, die in den Geschlechterkampfcocktail gehören:  Zwei starke und eigensinnige Charaktere, die auf Augenhöhe agieren, verrückte Handlungswendungen, Wortspiele, die  subtil unter die Gürtellinie  gehen und unrealistisches und albernes Geschlechtergebaren. Das alles dient dem Zwecke eines Happy Ends und der Unterhaltung des Zuschauers.
Die Darsteller haben mir auch sehr gut gefallen. Der sehr attraktive und große Gary Cooper als raubeiniger und herrschsüchtiger Michael, den man verabscheuen möchte, aber dem man doch verfällt. Zur Ehrenrettung der modernden Frau wandelt die clevere Claudette Colbert an seiner Seite. Ihre selbstbewusste und freche Art wird toll durch ihre zauberhaften Kostüme kontrastiert. In jeder Szene hat sie ein anderes aufregendes Kleid an, das entweder durch Gold, Rüschen oder Tüll ins Auge springt und mich hat aufjauchzen lassen.
So habe ich 82 Minuten im Wechsel gejauchzt, gelacht oder beides. Man kann seine Zeit schlechter verbringen. Auch wenn „Blaubarts achte Frau“ kein unverzichtbarer Klassiker der Filmgeschichte ist und sicherlich nicht Lubitschs bester Film, kann ich ihn jedem Screwball-  oder Komödienfans ans Herz legen. Und hinterher weiß man sogar, wann Ludwig der XIV. regiert hat und wie die Tschechoslowakei einem bei Schlafstörungen hilft.

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