Our Relations (USA, 1936) Regie: Harry Lachman

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Vorher:
Auf den heutigen Film bin ich sehr gespannt. Ich sehe mir einen „Dick und Doof“ Film an. Ich muss leider zugeben, dass ich die beiden schon als Kind nicht wirklich komisch fand und ihre Gestalten eher ein Stirnrunzeln als ein Lächeln auf mein Gesicht zaubern. Aber mir wurde doch sehr ans Herz gelegt, einen Film der Beiden zu sehen. Besser als die Marx Brothers sollen sie sein. So versuche ich nun meine „Dick und Doof“ Ablehnung zu überwinden und hoffe mein Herz ein wenig für „Stan and Ollie“ zu öffnen.

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Mittendrin:
“Shakespeare.” “Longfellow.”

„We can be millionaires any time.“

“The last time I saw them, they had no clothes on.”

“Now let me do the talk.”

“We’re a couple of Singapore Eskimos.”

“Why don’t you give them the ring?”

“Did you see  what I saw?”

“That’ll explain everything.”

Our Relations (1936)
Hinterher:
Huch das sind ja Vier! Die Verwechslungskomödie “Our relations” hat mir Laurel und Hardy gleich in Doppelrollen geboten. Die beiden ungleichen Brüder Stan Laurel (Doof) und Ollie Hardy (Dick) leben mit ihren Frauen ein gediegenes Leben.
Ollie ist der dominante Bruder und Stan der unterwürfige Blödkopf. Ich denke, wir kennen alle die Charaktere. Ihr Leben bekommt einen Rüttler, als sie von ihren Zwillingsbrüdern namens Alfie und Bert erfahren, die sie jedoch für tot halten. Aber, ihr ahnt es, die beiden Seeleute sind quicklebendig und nehmen mit der MS Periwinkle Kurs auf Stan und Ollies Heimatstadt. Als Alfie und Bert nur mit einem Dollar in der Tasche den Landgang bestreiten wollen, nimmt das Unheil seinen Lauf. Klar, dass nun ein reines Doppelgängerchaos mit allerhand Verwechselungen beginnt.
Das klingt natürlich nach einem grandiosen Gag Feuerwerk. Es passieren auch allerhand skurrile Sachen und es gibt einige tolle Situationskomik. Wenn Alfie und Bert sich in eine Telefonzelle quetschen, um in Ruhe zu diskutieren, geht das natürlich herrlich nach hinten los. Oder wenn die beiden als „Singapur Eskimos“ verkleidet auf einer Polizeiwache sitzen und von den Frauen ihrer Brüder ausgelöst werden, dann ist das schon witzig.
Aber einige Gags waren mir einfach zu abgehangen. Fliegende Torten, runtergeblasene Toupets oder jemandem Senf auf die Glatze schmieren- das konnte mich nicht wirklich begeistern. Wo ich bei Chaplin oder den Marx Brothers euphorisch war, sage ich hier etwas abgeklärt: „Die Zeit ist doch irgendwie vorbei.“ Das ist natürlich etwas schade, aber selbst ich kann nicht bei allem: „Hurra!“ schreien.
Das Problem für mich ist leider auch, dass ich die Charaktere und ihr Verhältnis zueinander nicht sonderlich mag oder witzig finde. Ollie ist der dominante, pseudovernünftige und etwas klugscheisserische Part, der den schmächtigen und einfältigen Stan unterdrückt und ihm gerne mal einfach eine Kopfnuss gibt. Das finde ich leider nicht sonderlich witzig, sondern denke:“ Das ist mir zu bösartig.“ Wenn ich Hardy und seine Grimasse in Nahaufnahme sehe, bereitet mir das leider eher Unbehagen als Vergnügen.
Insgesamt ist das Fazit also leider: wie befürchtet nicht meine Lachwellenlänge. Wer die Konstellation Laurel und Hardy aber mag und die Marx Brothers zu anarchisch und Chaplin zu melancholisch findet, der wird sich hier dick und doof lachen.

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Ein Kommentar zu „Our Relations (USA, 1936) Regie: Harry Lachman

  1. Meiner Meinung nach gehört der von Dir gewählte Stan und Olli-Film neben „Hinter Schloss und Riegel“ zu den schwächsten. Da wurdest Du schlecht beraten. Ich würde Dir zum Einstieg eher „Die Klotzköpfe“ empfehlen, auch wenn der Name erstmal weniger positiv klingt oder „Zwei ritten nach Texas“. Die sind beide freilich sehr albern, aber auf die gelungene Art. Und für Leute die mit den beiden trotzdem nichts anfangen können ist das Märchen-Musical „Rache ist süß“ sehr zu empfehlen, Laurels persönlicher Lieblingsfilm der eigenen und wegen der Kostüme, der Dekors und allgemein dem hohen Aufwand für damalige Zeiten sehr zu empfehlen, da auch nicht ganz so albern wie die restlichen Beiträge. Allerdings muss man etwas mit Opernmusik anfangen können oder falls nicht diese gut ignorieren können um damit Spaß zu haben (gilt übrigens auch für die Opern-Parodie „Hände hoch – oder nicht“, meiner Meinung nach einer der besten überhaupt)

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