Das Testament des Dr. Mabuse (Deutschland, 1933) Regie: Fritz Lang

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Vorher:
Von Dr. Moreau zu Dr. Mabuse. Auch ein Name, den man schon gehört hat und der mir auf der DVD Hülle als „Schlüsselfigur des deutschen Grusel und Horrorfilms“ angepriesen wird. Sehr gut. Fritz Lang, der mit „Metropolis“ eine geniale Zukunftskulisse erschaffen hat, führte Regie und ich bin gespannt, welche Kulisse mich hier erwartet. Auf jeden Fall eine, die die Nazis sofort verboten haben. Willkommen in der NS Zeit. Es wird lange dauern bis ich danach wieder nach Deutschland reise…

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Mittendrin:
„Ich bin leider tot.“

„Da muss man ja schließlich zum Verbrecher werden.“

„Herr Kommissar, sie müssen mich anhören. Herr Kommissar, es geht um Tod und Leben.“

„Aber Gnade Gott, wenn ich den Hund erwische, der den Jungen auf dem Gewissen hat.“

„Es heißt Mabuse.“

„Sie haben keine Ahnung, kein Mensch hat eine Ahnung, was für ein phänomenales, übermenschliches Gehirn mit Dr. Mabuses Tod aufgehört hat.“

„Herrschaft des Verbrechens.“

„Aufmachen, hier ist Lohmann.“

„Aber wo steckt der Kerl?“

„Komm mein Junge. Hier hat ein kleiner Kriminalkommissar nichts mehr zu suchen.“

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Hinterher:
Gummizellentür zu. Da bin ich wieder. Ein Grusel und Horrorfilm war das jetzt nicht. Eher ein waschechter Krimi. Einzig die wenigen Szenen, in denen der furchterregende Dr. Mabuse als Irrer im Wachkoma oder als Geist agiert, haben einen angenehmen Schauer bei mir verursacht. Also ein wenig Etikettenschwindel auf der DVD. Aber das macht gar nichts. „Das Testment des Dr. Mabuse“ hat mich sehr gut unterhalten. Es geht um einen Verbrecherring, der von einem mysteriösen Unsichtbaren zu sinnlosen Taten angestiftet wird. Verbrechen um der Bösartigkeit willen. Der bärbeißige Kommissar Lohmann wird aufmerksam, als sein Assistent verschwindet und dann irre singend in der Anstalt von Dr. Baum auftaucht. Hier ist auch schon seit Jahren der mysteriöse Dr. Mabuse zu Gast und schreibt katatonisch Zettel um Zettel voll. Und dann ist da noch der geheimnisvolle, schöne und verzweifelte Thomas Kent, Mitglied der Verbrecherriege, der aber versucht dem üblen Verbrechen den Rücken zu kehren, zumal er sich auch noch verliebt hat. Fritz Langs Film bietet einiges. Ein aufregende Krimigeschichte, eine intensive Liebesgeschichte, eine mysteriöse Superschurkengeschichte garniert mit größenwahnsinnigen Parolen und einen genialen Kommissar, der im Auge des Sturms mit lakonischem Humor und Bodenständigkeit versucht, alle Fäden in der Hand zu halten. Es geht laut und wild zu. Ton spielt in diesem Film eine große Rolle. Die lauten Pistolen, die knarzende Stimme des Verbrecherkönigs, der nur zu hören ist und nie sichtbar wird, und die wummernden Geldfälscher Platten in der genialen Anfangsszene des Film. Allein schon für diesen stimmungsvollen Beginn lohnt sich der gesamte Film. Mit hypnotischem Rhythmus wird der Zuschauer in den Film hineingezogen und mit einem lauten Knall heißt uns Fritz Lang endgültig in der Zeit des Tonfilms willkommen. Folgt bitte dieser Einladung und lasst euch von Dr. Mabuse hypnotisieren.

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