Der blaue Engel (Deutschland, 1930) Regie: Josef von Sternberg

Filmreihe

Vorher:
„Ich bin von Kopf bis Fuß auf Tonfilm eingestellt…“. Dass das Verlassen des Stummfilms mit der singenden Marlene Dietrich eingeläutet wird, kann ich nur begrüßen. „Der blaue Engel“ erwartet mich. Ein Professor verliebt sich in einem Nachtclub in eine betörende Sängerin und es endet für ihn böse. Marlene in Hot Pants, Strapse und mit Zylinder auf. Wer würde da nicht schwach werden? Ich spitze nun die Ohren und freu mich auf Lola Lola und Professor Unrath.

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Mittendrin:
„Sie sind also die Künstlerin Lola Lola.“

„Ich hab gewusst, dass sie wiederkommen. Bei mir kommen sie alle wieder.“

„Eigentlich sind sie ein ganz hübscher Mann.“

„Elende Buben.“

„Herr Professor, es riecht hier nach Unrath.“

„Mich willste heiraten? Hahahaha. Du bist ja süß.“

„Der Mann ist eine ganz große Nummer geworden.“

„Nimm dich in Acht vor blonden Frauen, die haben so etwas Gewisses.“

„Ich trete nicht auf.“

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Hinterher:
„Tralalalaaa“….Ich möchte in Lola Lolas Garderobe leben und den ganzen Tag in ihren Kostümen stöbern und sie anprobieren. Wunderbar! Rüschenhöschen, Strapse, glänzende Kragen, Tutus, Hüte und Zylinder. Und in jeder Ecke hockt ein Mann, der mir verfallen ist. Das ist schon mal eine schöne und verruchte Träumerei, die ich aus „Der blaue Engel“ mitnehme.
Ansonsten hat mich der Film nicht aus den Varieté Pumps gehauen. Filmisch ist der frühe Tonfilm, wie man sich aufgrund der neuen Technik denken kann, schon ein Rückschritt. Ich habe wirklich kaum etwas verstanden und außer Marlenes wunderbar verruchten und rotzigen Liedern, gab es keinen Soundtrack der die Stimmung des Films untermalt hat. Das kenne ich vom Stummfilm ja nun anders. Der Film ist  komplett im Studio gedreht worden und mutet teilweise wie ein Theaterstück an.
„Der Blaue Engel“ ist aber dennoch eine schauspielerisch tolle Milieu Studie und zeigt ans Herz gehend den Niedergang eines Menschen. Emil Jannings spielt mit gutem Ernst den Prototyp des strengen, verkniffenen Lehrers, dem bei Marlenes Erscheinung das Herz geöffnet wird. Sie ist natürlich großartig. Abgebrüht, liebenswert und frech gleichzeitig. Und natürlich in ihrer Art für den Professor höchst gefährlich. Vorhang auf für Marlenes große Karriere. Ich habe mich gefreut, Lola Lola in ihrer Garderobe besuchen zu dürfen.

m1500

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