Birth of a nation (USA, 1915) Regie: David Wark Griffith

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Vorher:
Jahr 3 und schon kommt der erste Skandalfilm. „Birth of nation“ wird einerseits als ein großartiges, frühes und innovatives Filmmeisterwerk hochgelobt, ist aber auf der anderen Seite übelst rassistisch und hat schon bei der Veröffentlichung für große Kontroversen gesorgt. Verbote überall, einreitende Klansman in Los Angeles zu Werbezwecken, Auslösung einer Klu Klux Klan Renaissance. DW Griffith hat die Vorwürfe wohl nie so ganz verstanden und ein Jahr später mit seinem Film „Intolerance“ darauf geantwortet, den ich mir auch anschauen werde. Dazu also in der nächsten Filmbesprechung mehr. Mit einem leicht mulmigen Gefühl guckte ich mir nun das Bürgerkriegs und Reconstruction Epos an. Drei Stunden wird es mich in Atem halten. Vorher gebe ich mir und euch noch Roger Eberts Worte zu „Birth of a nation“ mit, die sich für mich gut anhören zum im Hinterkopf haben: „The Birth of a Nation ist kein schlechter Film, weil er eine böse Sache vertritt. Wie Leni Riefenstahls Triumph des Willens ist er ein großer Film, der eine böse Sache vertritt. Zu verstehen, wie er das tut, heißt viel über Film zu lernen und sogar etwas über das Böse selber.“

Mittendrin:
„The Stoneman brothers departing to join their regiment.“

„The first negro regiments of the war were raised in South Carolina.“

„A torch of war against the breast of Atlanta.“

„“The little Colonel“leads the final desperate assault against the Union commmand of Capt. Phil Stoneman.“

„War- the breeder of hate.“

„Though we have never met, I have carried you about with me for al long long time.“

„I will ask mercy from the Great Heart.“

„Liberty and union, one and inseparable, now and forever.“

„Sic semper tyrannis.“

„This is an historical presentation of the Civil War and Reconstruction Period, and is not meant to reflect on any race or peolpe of today.“

„The Ku Klux Klan, the organisation that saved the South from the anarchy of black rule.“

„The new rebellion of the South.“

„The answer to the blacks and carpetbeggars.“

„See! My people fill the streets. With them I will build a Black Empire and you as a Queen shall sit by my side.“

„Parade of the clansman.“

Hinterher:
Geschafft, geschafft, geschafft. Das war wirklich harter Tobak. Das filmische Auge lacht, das Herz weint. Besonders in der zweiten Hälfte konnte ich die aufregenden filmischen Stilmittel nicht so sehr genießen, weil ich es inhaltlich so falsch fand. Das war noch viel hanebüchener, fieser und rassistischer als ich befürchtet hatte. Hatte ich in der ersten Hälfte noch gedacht: „Ach, was haben die denn alle, das ist doch gar nicht so schlimm“ und dem Film im Geiste schon eine 10 gegeben, so war ich richtig geschockt über die zweite Hälfte. Ich könnte jetzt zig filmische Mittel aufzählen, die das Gucken zu einer Wonne gemacht habe und ich könnte zig inhaltliche Dinge aufzählen, die das Gucken zu einer Tortur gemacht haben. Lest das alles selbst nach. Ich bin froh, dass ich den Film „geschafft“ habe und fand ihn formal auch wirklich einzigartig, vor allem für die Zeit. Aber um Form und Inhalt komplett zu trennen, bin ich dann doch wohl zu emotional. Klar, das war sicher ein großer Film. Aber ich wäre froh, wenn ich DW Griffith dabei zusehen könnte, wie er sein Talent in etwas Richtigeres steckt. Momentchen, das kann ich ja. Was ein Glück. „Intolerance“ : Ich komme. „Birth of a nation“, dich lass ich im rassistischen Regen stehen, dich mag ich nicht in meinem Herzen haben.

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Ein Kommentar zu „Birth of a nation (USA, 1915) Regie: David Wark Griffith

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