Cabiria (Italien, 1914) Regie: Giovanni Pastrone

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Vorher:
Das Jahr 1914 entführt mich ins römische Reich 300 Jahre vor Christus. „Cabiria“ von Giovanni Pastrone ist ein früher Historienfilm und gilt als Inspiration für DW Griffith „Intolerance“ von 1916, den ich, ihr ahnt es, auch gucken werde. Das wird also ein bildgewaltiges Double Feature. Ich erwarte beeindruckende Bauten, tolle Kostüme und Menschenmassenszenen. Ob es die in diesem frühen Sandalenfilm bereits gibt? Ich kenne ja nur die Filme aus den 50ern oder die neuen Historienfilme seit „Gladiator“. Ich bin gespannt, was mich erwartet. Den Film gibt es in verschiedenen Versionen und mir liegt er hier in der 125 Minuten DVD Fassung mit englischen Zwischentiteln vor. Also nicht wundern, wenn die Zitate auf Englisch sind.

Mittendrin:
„Croessa and Cabiria are sold in the marketplace of Catharge. Karthalo, the High Priest, buys the victim as an offering to Moloch, the god of bronze.”

“Accept the hundred innocent children. Swallow! Devour! Be sated! Catharge gives you ist flower.“

„Other hearts, other fears.“

„Protect her, and the gods will protect you.“

“If you give help, help you will receive.”

“The joy of unexpected freedom increases his strength.”

“She lives not. She was killed.”

“O King, I receive your wedding gift with a royal heart!”

Hinterher:
Wow! Das war aber wirklich ein actionreiches Feuerwerk von einem Film. Im wahrsten Sinne des Wortes. Feuer spielt hier eine große Rolle. Der feuerspeiende Ätna, ein flammender Steindrache in den kleine Kinder als Opfer an die Götter geworfen werden, die durch Flammen versenkte Römische Flotte und und und. “Cabiria“ sprüht über an allem, was auch heute einen mitreißenden Abenteuerfilm ausmacht: Verfolgungsjagden, dramatische Menschenansammlungen, schicksalhafte Ereignissen, beeindruckende Kulissen und prächtige Kostüme. Ich bin etwas traurig, dass ich die nicht in farbig sehen konnte. Hauptfiguren sind der römische Held Fulvius und sein bärenstarker, den gesamten Film über mit nacktem Oberkörper agierende, Diener Maciste. Ihr Schicksal ist an das der in die Sklaverei verkauften, Titel gebenden Cabiria gebunden. Deren Rolle ist eher eine Art McGuffin. Sie hält die Handlung am Laufen, wird aber kaum charakterisiert. Ich bin wirklich vor lauter Action und Dramatik kaum zum Atmen gekommen. Ich fühlte mich teilweise sogar wie in einem Indiana Jones Film. Auch meine Augen sind kaum zur Ruhe gekommen. Die Kulissen sind wirklich dramatisch toll. Da ist alles dabei- römische Paläste, Gefangenenlager in der Wüste, Hannibal, der mitsamt echten Elefanten über die Alpen zieht und, als gruseliges Highlight, der Moloch Tempel, in den die opferbereiten Katharger einziehen und der als Eingang einen unheilvolles Monstermaul bereit hält. Als Gegenpol zu dem starken und gutmütigen Helden Maciste bietet der Film die intrigante und überdramatische Prinzessin Sophonisba, die bereits in ihrer ersten Szene, wundervoll kostümiert, ihren Leoparden tätschelt. Man ahnt, dass sie nichts Gutes im Schilde führt. Wirklich ein toller Film, der außerdem bereits erste kleine Kamerafahrten und halbe Nahaufnahmen bietet. Wer also ein wenig Interesse an Filmgeschichte hat und dabei rasante und unterhaltsame Action haben möchte, ist bei „Cabiria“ goldrichtig. Ich finde, es ist ein Film, den man nicht verpassen darf.

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