Ponyo (Japan, 2008) Regie: Hayao Miyazaki

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Vorher:
Ich komme endlich zu meinem ersten Kinderfilm in meiner Film ABCDyssee. Ich werde unter der Regie Miyazakis mit Ponyo ein großes Meeresabenteuer erleben. Miyazaki? Was? Kennt ihr nicht? Kennt ihr bestimmt. Die wunderbaren, mystischen Zeichentrickfilme aus den Ghibli Studios sollten in den letzten Jahren keinem entgangen sein. „Chihiros Reise ins Zauberland“, „Das Schloss im Himmel“… Wer jetzt immer noch mit dem Kopf schüttelt, der erinnert sich einfach an „Heidi“ aus seiner Kindheit. „Ponyo“ ist Miyazakis aktuellster Film von 2008 und für das ganz kleine Publikum gemacht. Ich erwarte also keinen so komplexen Film wie „Chihiro“, aber ich werde bestimmt eine zauberhafte Zeit haben. Abtauchen und wieder Kind sein!

Mittendrin:
„Ein Mensch hat sie gefangen? Das ist schlecht, ganz schlecht.“

„Das ist kein Goldfisch, das ist Ponyo.“

„Sie mag Schinken und kann zaubern.“

„Gegen das Schicksal kann man nichts machen. So schlimm es sich anhören mag.“

„Ponyo will ein Mensch werden.“

„Susuke, wo war das Mädchen?“ „Dort war sie, auf dem Riesenfisch.“

„Du brauchst Hände zum Essen.“ „Ich hab Füße.“

„Nanu, da kommt ja Wasser in deine Augen.“

„Nur du allein kannst die Welt retten.“

„Ich habe Ponyo immer lieb. Ob sie nun ein Fisch, ein halber Mensch oder ein Mensch ist.“

Hinterher:
„Ponyo mag Schinken!“ Das ist der tollste Satz aus dem Meeresmärchen, das ich eben gesehen habe. Das Studio Ghibli hat wieder einmal nicht enttäuscht. Ich habe mich wunderbar unterhalten. Musik aus Deutschland (jedenfalls erinnerte die klassische Musik sehr an Wagners „Walkürenritt“ und Ponyo heißt tatsächlich Brunhilde), ein Märchen aus Dänemark (die Menschwerdung eines Meereswesens erinnert natürlich an Hans Christian Andersons „Die kleine Meerjungfrau“,) aber dennoch setzt das japanische Zeichenstudio dem Ganzen den eigenen Stempel auf. Neben der zuckersüßen Ponyo (sei es als Fisch oder als Mädchen) haben mich vor allem auch die dargestellten Meereswelten und das Wasserthema fasziniert. Wasser nimmt unterschiedlichste Gestalten an: seien es Wellen als Jadgmonster des Meereszauberers Fujomoto oder Riesenwellen mit großen Fischen darin, die Ponyo zu ihrem Freund Sosuke tragen oder eine Blase, um die abenteuerlustige Ponyo im Zaum zu halten. Auch die Meeresbewohner waren natürlich der Knüller. Ponyos Vater Fujomoto, der, wie ein bekiffter Althippie aussehend, wie ein Dirigent auf seinem U- boot umherfährt oder Ponyos Mutter, die sanfte Riesin und Meeresgöttin Granmammare, die mit ihrer rosafarben Haarpracht und ihrer Sanftmut alles in Ordnung bringt. Oder die kleinen Mini Ponyos, der Schwarm junger Geschwister, die überall mitmischen und herumschwirren. Aber auch an Land war alles toll. Ich fand die Mutter- Sohn Beziehung schön dargestellt. Sosukes Mutter ist nicht überfürsorglich, sondern eine handfeste Frau, die ihr Kind ernst nimmt. Abgerundet wurde das Ganze noch durch eine Gruppe lebenslustiger alter Damen, die im Altersheim, wo Sosukes Mutter arbeitet, von ein wenig Aufregung träumen und prompt in das Abenteuer mit hineingezogen werden. So schließt sich der Kreis für Fisch und Mensch, für Jung und Alt, für Junge und Mädchen. Ich habe einen rundum schönen und phantasievollen Film gesehen und das ohne Computeranimation, dafür aber mit viel gutem Kitsch und einer unschlagbaren Niedlichkeit. Ich tauche auf und habe plötzlich Lust mal wieder ans Meer zu fahren. Auch wenn dort die Wellen nicht aussehen werden wie von Hokusai gemalt.

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Ein Kommentar zu „Ponyo (Japan, 2008) Regie: Hayao Miyazaki

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