The Kid (USA, 1921) Regie: Charles Chaplin

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Vorher:
Ich sehe jetzt meinen dritten Charlie Chaplin Film überhaupt. „Modern Times“ und „Der große Diktator“ haben mir sehr gut gefallen. Es ist ja immer ein wenig schwierig mit Chaplin, weil sein Gesicht und seine Figur so sehr in die popkulturelle Allgemeinbildung übergegangen sind. Wie soll es möglich sein, ihn in seinen Filmen frisch und neu zu erleben? Ich versuch es mal mit „The Kid“ von 1921. Laugh on, Annika.

Mittendrin:
„A picture with a smile- and perhaps, a tear. “

“Awkward Ass. ”

“Please love and care for this orphan child.”

“All’s well. Job Number 13. ”

“The woman, now a star of great prominence. ”

“This child needs proper care and attention.”

“Boy. Age 5. Last seen with a little man with large feet and a small mustache. ”

Hinterher:
Ach, das war aber schön! Ich bin total froh und überrascht wie gut und unbelastet ich mich unterhalten habe. Der Inhalt des Films ist schnell erzählt. Charlie wackelt als Tramp durch die Straßen und findet ein ausgesetztes Kind. Er nimmt sich seiner an und von nun an sind sie zu zweit, in liebevollem Chaos verbunden und machen viel Quatsch. Klar, dass beide dabei das geniale Trampoutfit mit Ballonmütze bzw. Melone, Schnürschuhen, Riesenbuxe tragen.
Ich habe wirklich herzlich gelacht bei den allerältesten Gags. Scheiben einschmeißen, ein Kinderringkampf, jemanden austricksen und dann nen Arschtritt geben. Pruuust! Total albern und- super! Oder Charlie, der kurzerhand aus seiner Bettdecke mit Loch einen Poncho zaubert…klasse!
Genial ist auch die Szene in der der Tramp zum Schlafen in ein Obdachlosenheim geht und dort von einem halbschlafenden Taschendieb heimlich nach Habseligkeiten durchsucht wird. Als er bemerkt, dass der Dieb tatsächlich eine Münze gefunden hat, steckt er die Hand schnell wieder in seine Hosentasche- vielleicht findet er ja noch was. Ich habe es hier zum dritten Mal festgestellt: Chaplin hat einfach einen universellen Humor. Frech, aber niemals bösartig. Anarchisch und chaotisch, aber super choreografiert und auf den Punkt. Bei allen Albereien hat mir natürlich die Liebe zwischen (Zieh)vater und Kind das Herz geöffnet. Bedingungslos nimmt der Tramp das Kind bei sich auf und liebt es, als wäre es seins. Geld, Reichtum und ordentliche Klamotten sind nicht wichtig. Liebe ist alles. Klar, eine kitschige Botschaft, aber Charlie hat einfach Recht. Muss ich noch erwähnen, dass Jackie Coogan als Kid sensationell war? Nein, oder? Aber einen Filmtipp möchte ich euch noch mit auf den Weg geben. Beim Schauen von „The Kid“ musste ich die ganze Zeit an einen meiner Lieblingsfilme erinnern. „Paper Moon“ von 1973. Ryan O’Neal gibt hier mit seiner Tochter Tatum ein wunderbares Gangsterduo ab und die beiden haben wirklich eine ähnlich tolle Dynamik, wie der Tramp und das Kid. Also, macht gleich ein Double Feature daraus. „The Kid“ und „Paper Moon“.

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