Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb (England, 1964) Regie: Stanley Kubrick

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Vorher:
Der Film mit dem irren langen Titel und dem irren Peter Sellers in mehreren Rollen, der Film mit dem berühmten, ikonografischen, von Ken Adam erdachten, War Room, der Film, den ich schon seit Jahren immer gucken und wollte und es irgendwie nie gemacht habe. Aber jetzt liegt Stanley Kubricks Kriegssatire endlich in meinem Player und ich bin total gespannt, ob ich ihn mag. Es heißt nun für mich: Dr. Steltlove or: How I learned to stop hesitating and watch the film.

Mittendrin:
“They’re all two hours from their targets inside Russia.”

“Are you sure it’s plan R?”

“But today war is too important to be left to politicians.”

“Gentlemen, you can’t fight in here. It’s the War Room.”

“Let me finish, Dimitri.”

“Hmm… Strangelove? What kind of a name is that? That ain’t no Kraut name is it, Stainesey?” “He changed it when he became a citizen. Used to be Merkwürdigliebe.”

“Okay. I’m gonna get your money for ya. But if you don’t get the President of the United States on that phone, you know what’s gonna happen to you?” “What?” “You’re gonna have to answer to the Coca-Cola company.”

“Mein Führer. I can walk.”

Hinterher:
So, das war nun endlich „Dr. Strangelove“. Ich muss zugeben, der Film war noch grotesker und eigentümlicher als ich dachte. Ein wahnwitziges Kriegs- und Militärkammerspiel mit großartigen Schauspielern, fantastischen Settings und einem nervenzerreißenden Echtzeitszenario. Warum es geht? Ein durchgeknallter Air Force General löst einen nuklearen Angriff auf Russland aus, verbarrikadiert sich und niemand kann das Ereignis stoppen. Im futuristischen, unheimlichen „War Room“ (neben Kubricks Zimmer 237 in „Shining“, der bekanneste Raum der Filmgeschichte) versucht der amerikanische Präsident mit seinem Krisenstab verzweifelt und einigermaßen planlos, den drohenden Atomkrieg abzuwenden. Hier machen wir auch Bekanntschaft mit dem herrlich überdrehten General Buck Turgidson (toll, toll, toll: George C. Scott), der neben einer Erklärung für den militärischen Faux Pas auch noch einen peinliche Anruf von seiner Geliebten/ Sekretärin abwimmeln muss, und mit dem titelgebenden skurrilen Atomwissenschaftler Dr. Strangelove, der fast schon schmerzhaft grotesk und überzogen ist. So schnellt, wie bei einem Automatismus, immer wieder sein Arm zum Hitlergruss nach oben. Das Lachen bleibt einem im Halse stecken. Das gilt für den gesamten Film. Krasse Kommunikationsprobleme lösen Katastrophen aus und die „großen“ Männer entpuppen sich als durchweg verrückt. Dem bissigen Humor steht die spannende Handlung entgegen, die wir als Zuschauer ungefähr in Echtzeit miterleben. Ich stand während des gesamten Films ziemlich unter Anspannung und wusste nicht, was ich davon halten soll. Lachen, Kopfschütteln, Angst haben- alles gleichzeitig. Beim Stichwort „gleichzeitig“ muss ich natürlich noch erwähnen, dass Peter Sellers gleich in drei Rollen großartig ist. Schon allein für seine Vielfältigkeit lohnt es sich, den Film zu sehen. Also zögert nicht, euch auf den Film einzulassen und euch von Kubrick aus der Fassung bringen zu lassen. Am Ende singen wir alle gemeinsam: We’ll meet again.

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