Im Schatten des Zweifels (USA, 1943) Regie: Alfred Hitchcock

Vorher:
Ein neuer Hitchcock für mich. Ich bin ja schon seit meiner Kindheit Fan, aber es gibt immer noch einige Lücken. „Shadow of a doubt“. Warum habe ich den nicht schon längst geguckt? Der Klappentext hört sich nach einem spannenden, dichten Kammerspiel an. Ich muss an „Strangers on a train“ denken. Der hat mir gut gefallen. Ich freu mich drauf und habe nicht den Schatten eines Zweifels, dass auch dieser Hitchcock meinen Suspense Nerv treffen wird. Ach und am Anfang aufgepasst wie immer…Hitchcock ist ja im Bild!

Mittendrin:
„Ich habe Heimweh nach Euch. Stop. Ich werde Euch für einige Zeit besuchen. Stop. Freue mich auf Euch.“

„Wir essen und schlafen…und damit hat sichs.“

„Er hat mich gehört. Er hat mich gehört.“

„Einen Hut soll man nie aufs Bett legen.“

„Ich ermorde dich so, dass es nicht wie Mord aussieht.“

„Es gibt kein Foto von mir.“

„Was weißt du schon, wie die Welt ist. Weißt du, dass die Welt ein Schweinestall ist?“

Nachher:
Ich habe gerade Hitchcocks persönlichen Lieblingsfilm gesehen. Und mir hat er auch gut gefallen. Eine spannende Kriminalgeschichte wird hier erzählt, angefüllt mit Hitchcocks typischen Zutaten. Einem Gastauftritt, jeder Menge Suspense (der Zuschauer ist mal wieder allwissend und macht sich fast zum Komplizen des Verbrechers, indem er irgendwie mitfiebert), einigen gut platzierten Indizien und wiederkehrenden Elementen und einer guten Portion Humor (der Vater und der Nachbar als Hobbykriminologen- herrlich). Ich war gut amüsiert, schockiert und angenehm in Spannung versetzt in Hitchcocks Universum. Außergewöhnlich fand ich die Konstellation der Hauptfiguren und Gegenspieler: ein zwielichtiger, aber von der gesamten Familie bewunderter Onkel trifft auf seine halbwüchsige, freidenkende Nichte. Die beiden verbindet mehr als Verwandtschaft, die sind Seelenzwillinge und dadurch wird es umso spannender, als die Nichte herausfindet, dass ihr großartiger Onkel Charlie gar nicht so ein tadelloser Held ist. Neben einem mehr als soliden Hitchcock Thriller, habe ich auch einen Film über Familie, das zerbrechende Kleinstadtidyll und das Erwachsenwerden gesehen. Schön, dass ein Film von 1943 eine jugendliche Heldin wählt, die Geschichte größtenteils aus ihrer Perspektive erzählt und sie im Endeffekt nicht als Opfer darsteht, sondern als erwachsene Frau der Kleinstadtprüderie entwachsen ist. Danke Alfred. Ich bedauere es gerade ein wenig, dass ich den Film nicht im Alter von 17 gesehen habe. Wie hätte ich damals auf die Geschichte reagiert?

PS: Uwe hat mitgeschaut. Hier sein Kommentar zum Film….Mir hat er auch gut gefallen. Und ich habe Hitchock entdeckt *hihi*
Die plappernden Frauen gingen mir etwas auf den Nerv, aber die gequälte, zerissene und zweifelnde Hauptsdarstellerin war gut. Und der Vater mit den Nachbarn, die diskutiert haben, wie sie sich gegenseitig umbringen. Und immer vor genau 1 Stunde schon gegessen hatten 🙂 Das Ende war überraschend, mit dem Turn hatte ich nicht gerechnet.

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