The New World (USA, 2005) Regie: Terrence Malick

Vorher:

Weiter geht die bildgewaltige Reise durch Malicks Welt. Ich wander in der Realität 7 Jahre voraus und im Film mehr als 300 Jahre zurück. Die Geschichte um John Smith und Pocahontas wird mir erzählt. Auch hier erwarte ich also Natur und Gewalt. Aber ich hoffe auch auf eine Liebesgeschichte. Film ab!

Mittendrin:

„So viele Monate auf See, ich bin es müde weiterzusuchen. Hier werden wir bleiben.“

„Welche Stimme spricht dort in meinem Inneren. Und geleitet mich stets auf mein Wohlbedacht.“

„Menschen sollen sich gegenseitig nicht ausbeuten.“

„In dem Moment als ich sterben sollte, warf sie sich auf mich.“

„Liebe. Sollen wir sie leugnen, wenn wir ihr begegnen?“

„Trau mir nicht. Du weißt nicht, wer ich bin.“

„Die Erde wurde für diejenigen geschaffen, die sie zu verbessern wissen.“

„Alles ist vollkommen. Ich will mich an ihn verlieren. Wahrhaft.“

Hinterher:

Auch hier haben mich mal wieder die typischen Malick Zutaten begeistert: berauschende Naturbilder, Philosophisches aus dem Off. Wenig Dialog. Diesmal trifft ein melancholischer Soldat der Besetzer auf die Faszination der naturverbundenen Indianer und die Liebe der Häuptlingstochter Pocahontas. Während die Engländer wie Falschgeld in der Gegend herumleben und mit der Umgebung überhaupt nicht klarkommen, sind die Eingeborenen Teil der Natur. Und Colin Farrell gefällt mir ganz gut als Zerrissener zwischen diesen beiden Welten. Er hat hauptsächlich einen Gesichtsausdruck drauf: leidend, zweifelnd und skeptisch. Das Gesicht glättet sich nur ein wenig, wenn Pocahontas in seiner Nähe ist. Sie ist natürlich das betörende Glanzstück des Films. Wunderschön, natürlich, naiv und weise zugleich. Insgesamt finde ich die Liebesgeschichte zwar sehr dick aufgetragen, aber sie passt toll zum Pathos der Naturaufnahmen. Ich habe direkt Lust nur noch Wildleder zu tragen, mir die Haare bis auf den Rücken wachsen zu lassen und auf einer Wiese auf einen rehäugigen Abenteurer zu warten. Insgesamt fand ich den Film etwas langatmig. Bin ich der tollen Bilder, der Grashalme, der sanften Musik und der philosopischen Stimmung etwa schon überdrüssig? Ein wenig. So satt möchte ich Malicks neustes Meisterwerk „Tree of life“ nicht sehen. Deshalb schiebe ich doch ein paar andere Filme dazwischen und vollende die Malick Serie erst, wenn ich die Schönheit wieder zu schätzen weiss.

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