In der Glut des Südens (USA, 1978) Regie: Terrence Malick

Vorher:
Der nächste Malick steht vor der Tür. Ich weiss nicht genau, was für ein Film mich erwartet. Der Titel hört sich nach einer schwülstigen Liebesgeschichte an und dann spielt auch noch der junge Richard Gere mit. Ach herrje. Das kann doch kein anspruchsvoller Kinoklassiker sein. Aber er wurde mir von verschiedenen Seiten empfohlen und ich bin gespannt. Ich hoffe ich werde brennen und begeistert sein von der Glut des Südens.

Mittendrin:
„Er wußte, dass er sterben würde. Und er wußte, dass man nichts dagegen machen konnte.“

„Wieso tust du das?“ „Ich will rauskriegen, wie viel ich im Leben erreichen kann.“

„Ich glaub, ich liebe Sie.“ „Wie schön sich das anhört.“

„Eben hast du gesagt, ich wär wahnsinnig. Ich glaub du hast Recht.“

„Der Teufel war nicht mehr in der Hölle, er war hier auf der Frarm.“

„Kein Mensch ist vollkommen. Ich hab jedenfalls noch nie einen gesehen. Alle die ich so kenne, sind halb Teufel und halb Engel.“

„Und Eulen haben wir gehört, heulende und kreischende Eulen.“

Hinterher:
Was für ein fantastischer Film. Es passt alles zusammen, die hypnotische Musik von Ennio Morricone, die intensiven, lebenshungrigen Figuren, Richard Gere als Heißsporn, Sam Shepard als schüchterner Farmer und Linda Manz als junges Mädchen, das alles mit wachen Augen beobachtet und mit einem lakonischen Kommentar aus dem Off erklärt. Aber die Hauptrolle spielen natürlich die Bilder: die Weite der Weizenfelder, die vereinzelten Häuser, die wie Pilze in der Gegen stehen, die Eintönigheit der Landschaft, die trotzdem faszinierend ist. Und die Farben und das Licht. Ein Gemälde reiht sich an das andere beim Schauen dieses Films, als würde man langsam durch eine Edward Hopper Ausstellung schreiten und dabei durch Weizenähren streichen. Eine simple Geschichte wird erzählt von heimlicher Liebe, Leidenschaft, Armut und Gier. Der Sehnsucht nach mehr. Die Bilder sind in ihrer Schlichtheit und Weite hypnotisierend, faszinierend und brennen sich ins Auge hinein. Man spürt geradezu die Hitze, den Wind und die Spannung; die in der Luft liegt. Ein Filmerlebnis wie im Himmel. Ich habe keine „Days in Heaven“ erlebt, aber dafür „90 Minutes in Heaven“. Bitte unbedingt anschauen und staunen! Ich klopfe mir den Staub vom Rock, zupfe mir die Heuschrecke aus dem Haar und werde bald 20 Jahre weiter gehen und meine Malick Reihe fortsetzen mit seinem nächsten Film „The thin red line“, der im zweiten Weltkrieg spielt.

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