Der schmale Grat (USA: 1998) Regie: Terrence Malick

Vorher:

Die Reise durch Terrence Malicks Oeuvre geht weiter. Ich habe mir die wahnsinnige Aufgabe gestellt, Malicks Film ALLE chronologisch zu gucken. OK, der Running Gag: der Mann hat bis heute nur 5 Filme gemacht. 😉 Ich springe nun nach „Die Glut des Südens“ 20 Jahre weiter und lande mit einem Staraufgebot wie Sean Penn, George Clooney, John Cusack, Nick Nolte, Adrien Brody usw. in den Wirren des Zweiten Weltkriegs auf einer feindlich besetzten Südseeinsel. Wieder Hitze, diesmal aber viel bedrohlicher….Ich halte den Atem an…

Mittendrin:

„Warum herrscht dieser Krieg im Herzen der Natur? Warum bekriegt die Natur sich selbst?“

„Manche Menschen reden von der Unsterblichkeit. Aber die habe ich noch nie gesehen.“

„In dieser Welt ist ein Mann allein gar nichts. Und es gibt keine andere Welt als diese.“

„Wenn ich als erster gehen sollte, dann warte ich dort auf dich, auf der anderen Seite des dunklen Wassers. Sei jetzt bei mir.“

„Ich habe ihnen die Bedeutung dieser Operation erläuert, wie viele Männer meinen sie ist sie wert? Wieviele Leben?“

„Dieses Böse. Woher kommt es. Wie stiehlt es sich in die Welt? Aus welchem Samen, aus welcher Wurzel ist es erwachsen? Wer tut das?“

„Das Schlimme ist, nicht zu wissen, ob man etwas Gutes bewirkt.“

„Ihr seid meine Söhne. Meine lieben Söhne. Ihr lebt jetzt in mir. Ihr werdet stets bei mir sein, wohin ich auch gehe.“

„Fühlen sie sich auch manchmal einsam?“ „Nur wenn ich unter Menschen bin.“

„Schau hinaus auf das, was du geschaffen hast. All den Glanz.“

Hinterher:

Töten, Natur, Philosophie

Ich atme wieder aus. Nach 2 Stunden und 40 Minuten. Tja, was soll ich sagen. Es ist ein Kriegsfilm. Was ich gesehen habe ist unfassbar, unerträglich, unsinnig. Mehr kann ich zu den Geschehnissen nicht sagen. Malick schafft es aber durch die Rolle der wunderschönen Natur, die er dem Töten gegenüberstellt, das Ganze noch skurriler und unnatürlicher zu machen. Die Natur ist einfach da und schert sich einen Dreck um den Menschen, der ihn ihr wandelt und sich wie eine Bestie verhält. Außerdem verleiht Malick den Soldaten aus dem Off ein philosophisches Gewissen. Sie teilen dem Zuschauer ihre wahren Gefühle, Gedanken und Ängste mit, die in dem Wahnsinn des Krieges ungehört bleiben. Man fühlt sich wie ertappt dabei, dass man die wunderbaren Naturaufnahmen und die Gedankenwelten genießt und Kraft schöpft, um das Töten und das Leiden zu ertragen. Ein wunderschöner, außergewöhnlicher Kriegsfilm- und das macht es umso eindringlicher und verstörender. Bitte angucken!

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