Zeit der Wölfe (England, 1984) Regie: Neil Jordan

Vorher:

Endlich wird’s mal wieder sexuell. Bisher war ja eher Herzschmerz angesagt. Deshalb habe ich jetzt Neil Jordans „Zeit der Wölfe“ ausgesucht. Eine Rotkäppchen Adaption unter dem sexuellen Aspekt. Rotkäppchen als die Jungfrau, die in den Wald (große weite Welt) loszieht und dort dem Wolf (Mann) begegnet, die sie fressen (vernaschen) will. Das Ganze in surrealer Kulisse und mit Männern, die sich in Wölfe verwandeln. Und Horrorelemente wird es auch geben. Den Film wollte ich schon sehen seit ich 13 bin. Hui, jetzt freu ich mich richtig. Vielleicht lerne ich mit 34 auch noch was über das Tier im Manne. Ich pack Kucken und Wein ein und los geht’s…

Mittendrin:
„Sobald du den Weg verlässt, bist du rettungslos verloren. Die wilden Tiere kennen kein Mitleid.“
„Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende…“ „Oh nein, keineswegs.“
„Du bist das bravste Kind das ich kenne.“
„Niemand wird meine kleine Prinzessin fangen.“
„Und sollte wirklich ein wildes Tier in den Männern stecken, dann findet es seinesgleichen in den Frauen.“
„Ich komme nicht aus der Hölle. Ich komme aus dem Wald.“
„Mein Gott, was für starke Arme du hast.“ „Damit ich dich besser liebkosen kann.“

Hinterher:
Hui, ich werde wohl noch Tage brauchen, um die ganze Symbolik und hintergründige, na ja, doch ziemlich vordergründige Sexualität zu verstehen und verarbeiten. Der Werwolf ist ja auch ein frühes Kindheitstrauma von mir. Der Werwolf aus „Die unendliche Geschichte“ hat mich jahrelang verfolgt.
Der Film ist eher eine Aneinanderreihung von symbolträchtigen Traumsequenzen und nacherzählten Mythen und Geschichten, als eine stringente Handlung. Das ganze vollgepackt mit zahlreichen Märchenmotiven. Der Wald, die Großmutter, Spiegel, Tiere aller Art, die Farbe Rot, die Verwandlung in ein Tier und und und…Das Alles ist natürlich und sehr zu meiner Freude schön blutig und ekelig aufbereitet. Mir als Frau ist noch der emanzipatorische Aspekt aufgefallen. In den Episoden wehren sich die Frauen immer mehr und am Ende stellen wir fest: Wölfe sind nicht zwingend männlich. Und uns von Männern retten zu lassen, das haben wir schon lange nicht mehr nötig.

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