Die Teuflischen (Frankreich, 1955) Regie: Henri-Georges Clouzot

Vorher:
Wieder ein französischer Film und wieder in schwarz- weiß. Ich staune über mein Niveau. Wenn ich die nicht alle schon gesehen hätte, würde ich morgen einen Bud und Terence Film einlegen. Die Teuflischen- das klingt spannend und vielversprechend. Es geht wieder um Liebe zu Dritt. Zwei Lehrerinnen haben eine Affaire mit ihrem Direktor und bringen ihn um, so geht es los, glaube ich. Und dann wird’s gruselig, weil sie Angst haben, dass er doch noch lebt und sich rächt. Hmm, ok es sind seine Frau und seine Geliebte. Ich erwarte einen düsteren Thriller in dem Andeutungen die Spannung erzeugen, dass was man nicht sieht, was im Schatten bleibt….

Mittendrin:
„Ein Bild ist immer hinlänglich moralisch, wenn es tragisch ist, und das Grauen der Dinge die es darstellt veranschaulicht.“

„Du glaubst nicht an die Hölle nicht wahr? Seit meinem sechsten Jahr nicht mehr. Aber ich glaube daran.“

„Das ganze war von Anfang an Wahnsinn. Noch schlimmer: es war kindisch. Miserabel erfunden.“

„Ich hab das Gefühl in diesem Haus wird zu viel von Wasser geträumt.“

„Ich hab Angst.“ „Du auch?“

„Du hier ist eine tolle Schweinerei im Gange. Pass auf.“

Nachher:
In „Die Teuflischen“ geht es um ein schönes, ungleiches Frauenduo. Die schüchterne Ehefrau und die coole Geliebte gespielt von Simone Signoret. Die beiden leben in einer von Männern dominierten Welt, in der sich die so verschiedenen Heldinnen als Einheit behaupten müssen- sogar die Internatsbewohner sind alles Jungen. Allen voran macht ihnen einer der fiesesten Kerle der Filmgeschichte das Leben schwer, der Ehemann und Geliebte, ein schlagendes, selbstgerechtes Ekel. Dieser soll tatsächlich in einem Mordkomplott der Frauen verschwinden. Die Spannung wird verstärkt durch die Emotionalität und Unberechenbarkeit der Frauen. Ihr Plan droht immer wieder scheitern und der Zuschauer fiebert mit den Täterinnen mit und wird zum Komplizen. Wer möchte nicht, dass der sexistische Tyrann seiner gerechten Strafe zugeführt wird? Als dann noch die Leiche verschwindet, wird die Gemeinschaft der Frauen auf eine harte Probe gestellt und das Katz und Maus Spiel beginnt… Das war ein spannender Kriminalfilm: sehr fesselnd, mit tollen Schauspielern, einem Haufen platzierter Indizien, einem abgebrühten Inspektor und einem wunderbar, bösen und überraschenden Ende. Aber ich verrate nichts. Denn am Ende warnt eine Schrifttafel den Zuschauer: „Seien sie nicht teuflisch. Verderben sie ihren Freunden nicht das Vergnügen an diesem Film und erzählen sie ihnen nicht, was sie gesehen haben.“

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